Zum zweiten Mal gegen den Tabellenletzten verloren
Kreisoberliga: Fortuna Babelsberg II – SpG R.-W. Groß Glienicke/Seeburger SV 1:2 (0:1)
Nach dem sonnigen und warmen Sonnabend begleitete am Sonntag graues Nieselwetter und deutlich kühlere Temperaturen dieses Spiel, so dass sich nur etwa 50, mit Regenschirmen bewaffnete Zuschauer die Partie ansahen. Mit den tabellarisch deutlich besser platzierten Gastgebern war gegen den Tabellenletzten der klare Favorit gegeben. Doch in der Hinrunde hatte Fortuna, allerdings in doppelter Unterzahl, knapp den Kürzeren gezogen. Es würde also kein Selbstläufer werden, denn die Gäste benötigen jeden Punkt, um den Klassenerhalt zu schaffen.
Dementsprechend verlief auch das Spiel, Fortuna hatte mehr Ballbesitz und bevorzugte das Kurzpassspiel, während die Groß Glienicker eher auf stabile Abwehr und schnelle Umschaltmomente setzten. Fortuna tat sich damit schwer, die Abwehr zu knacken und lief Gefahr, im offensiven Bemühen, hinten Räume anzubieten. Und so gab es auf beiden Seiten einzelne Torannäherungen, mehr aber auch nicht. In der 20.Minute tauchten die Gäste erstmals durch Sean Flood gefährlich vor dem Fortuna Gehäuse auf, doch sein Schuss aus 12 Metern, genau mittig auf Keeper Dominic Rauch, bereitet diesem keine Probleme.
Aber auch auf der Gegenseite konnte die Offensive der Gastgeber nichts wirklich Gefährliches vermelden, außer viel Ballbesitz, einer Reihe von Standards und dem ständigen Bemühen um den Torerfolg. Mitten in diese Phase brachte ein Fehlpass in der Vorwärtsbewegung Hoshua Herm in Ballbesitz, der mit einem 20 m Lupfer über Keeper Rauch den Erfolg suchte. Diesen verhinderte zunächst noch die Querlatte, doch den zurückspringenden Ball köpfte per Flugkopfballeinlage (20 cm über der Grasnarbe) Sean Flood zum 0:1 in die Maschen. Dabei blieb es bis zum Pausenpfiff, da Fortuna zwar viel investierte, aber immer wieder mit den Angriffsversuchen in der Deckung hängen blieb, echte Hochkaräter waren nicht zu verzeichnen.
Doch nach dem Seitenwechsel standen den Gastgebern noch mindestens 45 Minuten zu einer Ergebniskorrektur zur Verfügung und so änderte sich auf Grund der Gästeführung an der Taktik auf beiden Seiten wenig. Die 58. Minute war dann wohl mit eine der spielentscheidenden. Jan Alexander Weber setzte auf der rechten Seite zu einem Sololauf an, ließ zwei Abwehrspieler stehen und wurde im Strafraum vom Dritten von den Beinen geholt, doch der erwartete Pfiff blieb zur Verwunderung von Spielern und Fans aus.
Und das hatte Folgen, nicht mal eine Minute später drippelt sich Joshua Herm schön durch, legt auf den halblinks mitlaufenden Max Dommel ab, dessen flache Eingabe Maximilian Krüger nur noch über die Linie drücken musste, da Fortunas Abwehrspieler stehen blieben und auf Abseits reklamierten. Schön herausgespielt, aber schlecht verteidigt.
Nun musste Fortuna zunehmend „Alles oder Nichts“ spielen und erhöht den Offensivdruck noch einmal. Das erste Achtungszeichen setzt Milo Eggert nur drei Minuten später, als Keeper Randy Rottmann all sein Können zeigen musste, um den 16 m Flachschuss mit den Fingerspitzen um den rechten Pfosten zu lenken. Und in der 67.Minute dann auch verdienter Jubel bei den Babelsbergern, als Lucas Troschinski einen Eckball von der rechten Seite direkt zum 1:2 Anschlusstreffer verwandelte.
Die Hausherren rannten danach zunehmend „ungestüm“ an und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es wurde die Brechstange herausgeholt und mit langen Bällen operiert, die aber meist leichte Beute für die nun massiv stehenden Gäste waren. Ebenso wurde mit Fernschüssen, oft aus ungünstigen Positionen, der schnelle Abschluss gesucht und so nahm man sich letztendlich selbst immer wieder Zeit von der Uhr und die Gäste bejubelten am Ende einen sicher nicht unbedingt erwarteten Auswärtssieg. Damit holten sie zum zweiten Mal alle drei Punkte gegen Fortuna. Nur ganze vier Siege haben sie in dieser Saison eingefahren, die Hälfte davon aber gegen Fortuna.
Am Sonntag, den 19.04.2026 steht für Fortunas Zweite gleich noch einmal ein Heimspiel „Am Stern“ auf dem Plan. Gegner ist um 15:00 Uhr der Drittplatzierte, der SV Germania 90 Berge. Da heißt es, „sich warm anziehen“, sowohl was den Gegner als auch die Gästefans betrifft, die in der Lage sind, richtig Stimmung zu machen.
Das Fortuna-Tor im Video von Guido Moll => https://youtu.be/YiS5sPxTvvo?is=PSo7NOzenI9r-WQp