Kreispokal: Fortuna Babelsberg II – SG Grün-Weiß Golm 6:4 n.E. (0:0, 1:1)

Schwarz und Weiß sind die Vereinsfarben von Fortuna Babelsberg und so präsentierte sich auch das Team von Trainer Maik Troschinski in den vergangenen Wochen. Während es einen verkorksten Start in die Punktspielsaison gab, blüht das Team in den Pokalspielen jedes Mal auf.

Trotzdem standen die Wetten auf ein Weiterkommen gegen die in der Landesklasse beheimateten Golmer nicht gerade gut für die Gastgeber. Doch am Vortag hatte Fortunas Erste im AOK-Landespokal ein gutes Beispiel gegeben, dass auch höherklassige Teams nur mit Wasser kochen und (zu Recht) am Ende aus dem Pokal ausscheiden.

Und dieses Beispiel schien die Zweite zu beflügeln, kein Vergleich zu den vorhergehenden Punktspielleistungen. Sowohl die Körpersprache, als auch die spielerische Elemente stimmten und so war es für die Golmer nicht der erwartete Selbstläufer.

Beide Teams verzeichneten in Hälfte eins einige Tormöglichkeiten, aber zählbares konnte bis zur Pause nicht verbucht werden, zumindest nichts was die Anzahl der Tore betraf. Allerdings zählbar war die Veränderung der Fortuna Spielerzahl, als es nach 40 Minuten Gelb/Rot gegen die Gastgeber gab.

Nun würde es zu zehnt schwer in Hälfte zwei werden, war die einhellige Meinung. Aber die Mannschaft kämpfte und spielte, als wäre sie nicht in Unterzahl. Was ihnen die Anerkennung der Zuschauer einbrachte, die über die Wandlung des Teams verwundert die Augen rieben. Und es blieb weiter beim 0:0. Zwar hatten die Gäste ein leichtes Chancenplus, aber bei den gut vorgetragenen Kontern mussten sie höllisch aufpassen um nicht in Rückstand zu geraten, doch beide Keeper konnten ihren Kasten bis zum Abpfiff der regulären Spielzeit durch Schieri Altan Fiat Boz sauber halten.

Verlängerung stand an und in Unterzahl zusätzlich 2 x 15 Minuten zu bestreiten erhöhte nicht gerade die Hoffnungen der Gastgeberfans. Doch auch hier das gleiche Bild, gute Chancen auf beiden Seiten, aber weiterhin zunächst keine Tore. So verfehlte zum Beispiel ein kräftiger Kopfball das Fortuna Tor nur um Zentimeter. Gleiches auf der Gegenseite, als ein Schuss von durchlaufenden Magomed Baliev um die gleichen Zentimeter am langen Pfosten vorbei strich. Mehrfach lag den Anhängern beider Mannschaften der Torschrei auf den Lippen. Doch  Fortunas Anhänger befürchteten, dass die Unterzahl zu viel Kraft gekostet hat und das Team durch einen Fehler um den Lohn gebracht werden würde. Und genau so schien es zu kommen. Der lange verletzt gewesene Maximilian Gräser, der gerade erst acht Minuten auf dem Feld war, bediente mit einem unnötigen, schlecht getimten Rückpass die Golmer Offensive und Jan Großer nutzte „das Geschenk“, schob aus spitzem Winkel zum 0:1 (113.) ein.

Doch das sollte noch nicht das Ende in dem Pokalkrimi sein. Denn wenn schon Pokalspektakel, dann richtig. Eben noch fast vor Ärger im Boden versunken, tauchte zwei Minuten später Maximilian Gräser im gegnerischen Strafraum auf und es stand 1:1 (115.).  Es war alles für das Elfmeterschießen angerichtet.

Fortuna begann und erneut schienen sie hinten zu liegen, als Golms Keeper Gordon Weske Sieger blieb. Doch er hatte sich zu früh auf der Linie bewegt und so gab es Wiederholung und dieses Mal war der Ball im Netz. Die nächsten Schützen ließen beiden Torhütern keine Chance, doch dann kam der Moment, als Rene Oschmann einen Ball aus der rechten unteren Ecke fischte,  während Fortunas Torschütze Lucas Troschinski traf.

Danach gab es nur noch eine Jubeltraube bei den Spielern und fast ungläubiges Staunen bei den Zuschauern. Sie hatten ein Pokalspektakel mit allen Drum und Dran erlebt.

Nun ist zu hoffen, dass das Team diesen Schwung und diese Einstellung mit in die nächsten Punktspiele nimmt, um endlich auch dort erfolgreich zu sein. Die nächste Gelegenheit bietet sich am kommenden Sonntag um 14 Uhr in Deetz.