AOK-Landespokal: FC Energie Cottbus - Fortuna Babelsberg 8:0 (6:0)

Mit vier Siegen gegen vorwiegend höherklassige Teams erreichte unsere Mannschaft mit dem sensationellen Torverhältnis von 9:0 das Viertelfinale im AOK Landespokal. Und das Los bescherte uns Mitte Oktober den Regionalligisten FC Energie Cottbus, den immerhin namhaftesten Fußballverein im Land Brandenburg.

Über die Bemühungen zur Durchführung auf der Anlage „Am Stern“ wurde ausreichend das Für und Wider in allen Medien kommuniziert. Unterm Strich bleibt aber für alle die Erkenntnis, dass der eigene Sportplatz für ein derartiges Spiel aus Sicherheitsgründen einfach nicht geeignet ist. Wer mit offenen Augen die äußeren Bedingungen in Cottbus gesehen hat, weiß, das können wir mit allem Fleiß, mit allem Willen und Mühe in dieser Art derzeit nicht stemmen.

Zum Spiel selbst brauchen wir diesmal nicht allzu viele Worte verlieren. Jeder unserer Spieler war einfach beeindruckt vom ganzen drum herum, beginnend von der Anfahrt, bis hin zum Einlauf durch den Spielertunnel. Die Chance im Spiel selbst, bestand nur darin, dass man eigentlich keine hatte und die nackte Wahrheit holte uns schon nach vier Minuten ein. Janik Mäder avancierte mit vier Treffern zum Spieler der ersten halben Stunde, davon einen lupenreinen Hattrick. Damit waren die sportlichen Messen ganz früh, für uns leider einen Tick zu früh, gesungen. Das ist aber kein Vorwurf an die Spieler, jeder der das Spiel für sich Revue passieren lässt, wird die klaren Defizite erkannt haben. So wechselten beide Teams die Seiten mit einem halben Dutzend Tore.

Die Zielstellung für die zweite Hälfte war schnell zu erkennen, eine zweistellige Niederlage sollte unbedingt vermieden werden und am Ende gelang dies auch. Dazu beigetragen haben natürlich auch die Cottbuser Wechsel und das scheinbare leichte Zurückstecken einiger Akteure in Rot/Weiß. Die Fortuna Torannäherungen waren sehr übersichtlich, schmälern aber nicht den Gesamteindruck, das Ergebnis war relativ früh zweitrangig. Positiv, dass Trainer David Sommer sein Wechselkontigent voll ausschöpfte und so jedem die Möglichkeit gab, in einem Stadion und vor dieser Kulisse zu spielen.

Zwischen beiden Vereinen liegen aber nicht nur drei Spielklassen, sondern auch andere Fakten. In Cottbus arbeiten sechs Hauptamtliche, bei uns einige Ehrenamtliche, Cottbus hat ein bundesligataugliches Stadion, wir dagegen eine Sportanlage mit eigenem Charme. Allein die Bewirtschaftung des Cottbusser Stadions liegt jährlich im siebenstelligen Bereich, dem gegenüber ist unser gesamtes finanzielles Vereinsvolumen fünfstellig. Energie Cottbus ist ein Nachwuchsleistungszentrum angegliedert, während unser Augenmerk darauf liegt, allen Kindern und Jugendlichen eine sportliche Betätigung zu bieten. Das ist kein Neid, aber auch dies gehört zur Einordnung dieses außergewöhnlichen Pokalspiels.

Nach der Auslosung am 12.Oktober wurde nun, einen Monat später, das Erlebnis Landespokal beendet und ein jeder, der mit dabei war, würde sich sofort eine Wiederholung wünschen. Wann ist Fortuna mit drei Reisebussen zum Auswärtsspiel gefahren, wann wurde Fortuna schon einmal mit Polizeigeleit von der Autobahn zum Stadion gebracht?!.

Im Stadion selbst wurden alle als Fortunen akzeptiert und es kamen keine hämischen Bemerkungen auf den in Cottbus weniger geliebten Babelsberger Nachbarn auf. Das gesamte Klima war rundum freundlich und gelassen. Der applaudierende Beifall der Cottbuser Fans beim Abgang nach dem Spiel war sicher ein wenig Balsam auf die Seele nach den acht Treffern.. Ein (und mein) besonderes Lob gilt den über 100 mitgereisten Fans, die die Mannschaft lautstark begrüßten, über 90 Minuten begleiteten und sich auch den verdienten Applaus der Mannschaft nach dem Abpfiff abholten. So eine Atmosphäre bei jedem Heimspiel und wir wären alle im Verein einen Schritt weiter, von Auswärtsspielen ganz zu schweigen.

Aber auch ein jeder ist sich bewusst, dass es bis dahin noch ein sehr weiter steiler Weg ist. Diesen schrittweise in kleinen Schritten gemeinsam zu gehen, sollte ein Ziel für die kommenden Jahre sein. Der eine Böller nach dem Abpfiff im Block war absolut überflüssig und dies nicht nur in Anbetracht der vierstelligen Kosten für die Vorkommnisse im Seelow Spiel. Einzelne scheinen die Realität einfach nicht zu begreifen?

Am kommenden Samstag beginnt dann wieder der Punktspielalltag mit den noch vier verbleibenden Ligaspielen in diesem Jahr, sofern die zuspitzende Coronalage uns allen nicht wieder einen Strich durch die Planung macht. In Alt Ruppin ist es das Spiel zwischen Tabellennachbarn und die Gastgeber haben dabei durchaus mehr als einen positiven Aufwärtstrend zu verzeichnen, sie sind eine ganz harte Nuss. Gestern gewannen sie ihr Auswärtsspiel beim FSV Babelsberg 74 mit 2:0. Anpfiff der Partie in Alt Ruppin ist bereits um 13 Uhr.

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