Das Herz schlägt für Fortuna

Treue Seele: Jochen Stolzmann ist seit 1990 Betreuer von Fortuna Babelsberg

© Julian Stähle

Er wohnt nur drei Gehweg-Minuten vom Stern-Sportplatz entfernt und trägt stolz das Logo von Fortuna Babelsberg auf der Brust: Jochen Stolzmann (78) ist seit 1990 Betreuer der ersten Männer-Mannschaft. „Ich bin gern dabei, weil ich Fußball als  Mannschaftssport liebe“, sagt der Potsdamer, der am gestrigen Freitag seinen 78. Geburtstag feierte. Den Ehrentag verbrachte Jochen Stolzmann mit der Familie.

Der Babelsberger wird sicherlich  heute beim Testspiel der Ersten gegen den Schönwalder SV noch  ein Ständchen von der Mannschaft bekommen. Richtig wohl ist ihm dabei aber nicht. Er bleibt lieber im Hintergrund, werkelt in der Kabine oder kümmert sich um die Mannschaften und Schiedsrichter. Stolzmann ist die „Treue Seele“ im Verein am Stern-Sportplatz. „Jochen ist schon seit ich denken kann Betreuer der Mannschaft“, sagt Trainer Sebastian Michalske, Trainer der Landesklasse-Mannschaft. „Als ich damals als Gegner nach Babelsberg gekommen war, war er auch schon da. Immer freundlich. Er hat sich herzlich um die Gäste gekümmert.“ Der Fortuna-Liebhaber sei bei jedem Training dabei und „kümmert sich um alles, was die Jungs brauchen. Das wissen sie sehr zu schätzen“, so Michalske. Die Babelsberger wissen, was sie an ihm haben. „Wenn ihm mal was nicht passt, dann gibt es auch schon mal eine klare Ansage. Die Jungs gucken dann zwar verdutzt. Doch sie nehmen das respektvoll an.“

Lob, dass Jochen Stolzmann  gern hört.  „Ich bin mit Fortuna zweimal auf- und zweimal abgestiegen. Ich habe  viele Spieler und Trainer kommen und wieder gehen sehen“, sagt er. „Alles liebe Menschen.“ Namen mag der Oldie nicht nennen. „Aber Typen wie Uwe Zimmermann, der als Libero kompromisslos aufgeräumt hatte, oder Bernd Gottschalkson bleiben im Gedächtnis. Wie auch  Jörg Habert und Guido Robé, der sehr kampfstark war. Als Trainer bleibt Uwe Masurek-Patz in Erinnerung.“ 1987 kam er durch Neffe Norbert Mohr  zum Verein. „Ich habe ihn begleitet und wurde damals Betreuer der B-Junioren. Später ging ich mit zur A-Jugend.“
Und schließlich zu den Männern. „Bis heute bin ich dabei geblieben“, so Jochen Stolzmann, der in der Nähe von Stettin geboren wurde,  1945 nach Potsdam kam und selbst nur auf der Straße kickte. „Seit 1976 lebe ich am Stern.“ Nach der Oberschule wurde ihm ein Studium erst verboten. „Deshalb habe ich  in Teltow im Geräte und Reglerwerk Feinmechaniker gelernt“, schaut der Fan von Dynamo Dresden zurück. „Dann durfte ich doch studieren und ging nach Dresden. Ich habe 1964 mein Studium zum Maschinenbauer abgeschlossen.“ Geheiratet hat Jochen Stolzmann  nie. „Ich  war mal sehr verliebt und fast verlobt. Doch durch mein Studium  ging es auseinander.“

Das Herz schlägt heute auch für Fortuna Babelsberg. Der Betreuer-Job füllt Jochen Stolzmann  aus. Bälle aufpumpen,  Formular online ausfüllen, Trikots bereit stellen und die Schiedsrichter betreuen – der Mann mit den weiß-grauen Haaren kümmert sich gewissenhaft  um alles, was anfällt. „Das Internet erleichtert vieles“, sagt er. „Ich habe mich beraten lassen. Nun trage  ich die Aufstellungen am Computer ein.“  Solange es gesundheitlich geht, will er am Ball bleiben. „Wie ich gehört habe, möchten das die Jungs in der Rückrunde auch.“

                                                                    Sebastian Morgner (MAZ)

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