Einmal als Iniesta auflaufen

Ex-Fortunapräsident Frank Barthel ist als Volunteer hautnah beim Endspiel der Champions League dabei

barthel berlin© Privat

Frank Barthel erlebte die Vorbereitungen für den Höhepunkt der Fußballsaison live im Stadion mit.


Wenn am heutigen Abend im Berliner Olympiastadion Europas Spitzenteams Juventus Turin und FC Barcelona zum Duell um die europäische Krone im Klubfußball auflaufen, finden sie beste Bedingungen für das Spiel aller Spiele, das Champions League Finale, vor. Denn neben dem offiziellen Team der UEFA waren mehr als 400 Volunteers in den vergangenen Tagen damit beschäftigt, das Olympiastadion für die beiden Finalteams vorzubereiten.

Mit dabei auch der 55-jährige Frank Barthel aus Potsdam. Seit fast zehn Jahren ist der Polizeibeamte in seiner Freizeit als Volunteer unterwegs. "Seit der WM 2006 bin ich von diesem Virus infiziert", berichtet er. "Seitdem habe ich alle großen Sportereignisse in Deutschland mitgemacht. Nach der WM folgten die Leichtathletik-WM, 2010 die U20-WM und 2011 die WM der Frauen, verschiedenste Laufveranstaltungen des SCC Berlin, alljährlich das DFB-Pokalfinale in Berlin, Länderspiele der Fußballnationalmannschaft und vieles mehr." Eingesetzt wird der 55-Jährige, der sich viele Jahre auch im Potsdamer Fußball engagierte (u.a. Potsdamer Kickers 94, Fortuna Babelsberg), in den verschiedensten Bereichen: "Meine Aufgaben variieren vom Fahrdienst über Zuschauerbetreuung, Logistik, Springerteam bis hin zur Kradstaffel."  

Am Champions League Finaltag ist Barthel am Osttor für die Betreuung der Zuschauer eingeplant. Schon am Mittwoch und Donnerstag war er zur Vorbereitung des Spiels im Stadion dabei. "Zusammen mit anderen Volunteers stellten wir die Mannschaften und Schiedsrichter für die Ablaufprobe dar. Ich hatte dabei die Position von Andrés Iniesta", berichtet er. "Los ging es direkt in der Kabine von Barca, bis hin zum Mannschaftsfoto auf dem Rasen."

Hauptmotiv für sein Engagement ist "der Spaß, an großen Ereignissen mitzuwirken". Seinen Double-Einsatz als Iniesta empfindet der 55-Jährige dabei durchaus als "schon eine sehr elitäre Aufgabe", wie er lachend erklärt. "Man lernt soviele neue Leute kennen und bekommt mal einen ganz anderen Blick hinter die Kulissen." Das Volunteeren ist ehrenamtlicher Einsatz, zur Verfügung gestellt werden allerdings zumeist die Ausstattung mit T-Shirts bis hin manchmal zur Komplettausstattung mit Anzug und Schuhen. "Das variiert nach Länge und Bedeutung der Veranstaltung", so Barthel. 

Bereits seit 2011 ist der 55-Jährige auch regelmäßig beim Berliner Bundesligisten Hertha BSC als Volunteer "bei fast jedem Heimspiel dabei. Das ist inzwischen der einzige Verein, bei dem ich auch selbst noch Mitglied bin", blickt er auf seine Zeit bei den Potsdamer Kickers und Fortuna Babelsberg zurück. Barthels Haupteinsatzgebiet bei den Spielen der Hertha ist ebenfalls "die Zuschauerbetreuung. Außerdem habe ich die ehrenvolle Aufgabe, nach dem Warm Up der Teams sowie in der Halbzeit auf dem Rasen des Olympiastadions die durch die Profis gerissenen Beschädigungen wieder zu reparieren".

Heute Abend wird der Potsdamer den Saisonhöhepunkt des europäischen Klubfußballs hautnah nicht nur miterleben, sondern auch genau verfolgen. Ganz genau schauen wird er dabei auf die Schritte von Barcelonas Legende Andrés Iniesta. Und das nicht nur, weil er dessen Weg zumindest bis auf den Rasen aus dem Effeff kennt.

Geschrieben von Nadine Bieneck

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