2.Männer

Mit Pokalkrimi ins Halbfinale

Kreispokal: SG Bornim II - Fortuna Babelsberg II 3:4 n.E. (1:1, 0:0)

Das Pokalspiel SG Bornim II – Fortuna Babelsberg II hatte alles, was das Fußballherz von einem Pokalspiel erwartet, Emotionen, Dramatik und das Quäntchen Extrawürze. Das Spiel war noch nicht angepfiffen, da leuchteten außerhalb der Sportanlage, leuchtend grüne Bengalos und signalisierten, das wird ein heißer Fight. Wie im Vorbericht durch die Bornimer angekündigt, versuchten sie auch in dieser Partie die minimalen Maße des Platzes zu ihren Gunsten auszunutzen. Immerhin hatten sie so schon einige höherklassige Teams aus dem Pokal geworfen. Ihr Spiel lief mehr oder weniger mit dem bis dato erfolgreichen Angriffsmuster ab, vom Torwart aus, lange Bälle nach vorn.

Mit Anpfiff dieser Partie übernahm die Babelsberger Reserve aber das Spielgeschehen. Aus einer stabilen Abwehr, suchte man die Lücke im tief stehenden Abwehrverbund. Bornims Reserve sucht mit einem, oft aus der eigenen Hälfte agierenden Stürmer ihr Glück, baute auf Konter. Der kleine Platz und die massive Deckungsarbeit zeigten Wirkung, Fortuna tat sich schwer beim herausspielen von Torchancen.

Aus einem langen Abschlag des Bornimer Keepers, fiel in der 10.Minute die etwas überraschende 1:0 Führung der Hausherren durch Paul Schuld. Der abgefälschte Schuss bekam so viel Drall, das er sich ins Tor drehte, ohne das Fortuna Keeper Julian Weikert eine Chance besaß.

Dies war der Weckruf für die Babelsberger. Zwar tat man sich weiterhin gegen die jetzt noch tiefer stehenden Bornimer schwer, hatte aber zunehmend mehr Zug zum Tor und einen weitaus höheren Anteil Ballbesitz. Nach vorn fand Bornim kaum noch statt und so blieb es bei der knappen Führung der Gastgeber.

Zur zweiten Hälfte änderte Fortuna das Spielsystem auf 3-4-3, um mehr Geschwindigkeit über die Außen zu bekommen. Aber auch diese Änderung sowie zwei Spielerwechsel brachte nichts zählbares ein.

Ein Konter der Gastgeber in der 70.Minute endete anders als gedacht. Babelsbergs Keeper Julian Weickert eilte weit aus dem Strafraum um zu klären, traf aber bei dieser Aktion nach Ansicht des Schieris auch den Angreifer und sah glatt Rot, obwohl es kein böses Foul war, er auch nicht letzter Mann. Eine, selbst aus Bornimer Sicht, zu harte Strafe.

Fortuna brachte nun Feldspieler Andreas Lange von der Bank, der später noch zum entscheidenden Spieler werden sollte. Den Gästen rannte allmählich die Zeit davon. Sie hatten zwar die Hausherren auch in Unterzahl im Griff, ließen kaum Konter zu, aber trotz eigener Chancen hatten sie bisher kein Tor erzielt und die Uhr zeigte schon die 90.Minute an. Da erhielten sie 17 Meter zentral vor dem Tor Freistoß und Christopher Kautz schlenzte den Ball unhaltbar für Daniel Schmidt in die Maschen des Bornimer Gehäuses. Da war er, der mehr als verdiente Ausgleich. Kurz danach pfiff der Schiri ab, es gab Verlängerung.

Da beide Mannschaften bereits dreimal gewechselt hatten, mussten die 11 bzw. 10 Akteure zwei mal 15 Minuten nachsitzen. Auch in der Verlängerung das gleiche Bild, Fortuna machte das Spiel, rannte an und Bornim verteidigte und hoffte auf ihre nadelstichartigen Konter, die nicht zu unterschätzen waren. So verfehlten sie zwischen der 95. und 100 Minute zweimal nur knapp das Babelsberger Tor und auch zwei Eckbälle am Stück brachten nichts ein.

Fortuna tauchte ebenfalls mehrfach gefährlich vor Bornims Tor auf, blieben aber ebenso erfolglos. In der zweiten Hälfte der Verlängerung spielte Fortuna phasenweise sogar nur zu neunt, da Huy Hoang zunehmend mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte. Da kein Tor mehr fiel blieb es nach 120 Minuten beim 1:1 und das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen und nun sollte die Glanzzeit der "Feldspielers" Andreas Lange im Tor der Babelsberger kommen. Bornim musste vorlegen und Robert Mütze traf, ebenso wie danach Fortunas Michel Schaper.

Beim nächsten Bornimer Treffer war Lange schon mit den Fingerspitzen am Ball, das Geschoß schlug aber noch ein. Sein Gegenüber Daniel Schmidt machte es besser und hielt den Ball von Christopher Bolle, die Gastgeber lagen in Front.

Bornims nächster Schütze traf zu genau, der Ball klatschte ans Aluminium, so dass Paul Görner mit seinem verwandelten Elfer wieder den Ausgleich herstellte.

Jetzt kam die große Zeit des "Andy" Lange. Er hielt den Bornimer Elfer und da Christopher Kautz souverän verwandelte führte nun Fortuna erstmals. Bornim war unter Zugzwang und musste treffen.

"Feldspieler"-Keeper" Lange erinnerte sich beim nächsten Schützen wohl an den Hinweis des Trainergespanns: "Wenn die Nr. 4, Andy Hertel als Schütze kommt, bleibe einfach stehen. Er schießt meist Vollspann, gut möglich das er mittig aufs Tor hämmert". Und so kam es auch. Hertel schoss mit Vollspann in die Mitte und Lange blieb stehen, hielt den zweiten Elfmeter.

Danach Riesenjubel bei den Gästen und tiefe Enttäuschung bei tapfereren Bornimern. Fortuna Babelsberg II zog damit durchaus verdient unter die letzten vier Mannschaften des Kreispokals 2016/2017 ein und "Andy" Lange wird seinen so erfolgreichen Ausflug ins Torwartmilieu wohl noch lange im Gedächtnis behalten.