2.Männer

Die Zweite mit faustdicker Pokalüberraschung

Kreispokal: Fortuna Babelsberg II - ESV Lok Potsdam 3:2 (1:1, 2:2) n.V.

Lok Potsdam musste am Mittwochabend in den Schlusssekunden eine Niederlage im Punktspiel der Landesklasse gegen Fortunas Erste hinnehmen. Nur 3 Tage später sollte an gleicher Stelle im Pokal gegen Fortunas Zweite "Alles ganz anders" werden. So zumindest der Plan des Favoriten und an dem gab es auch unter den rund 70 Zuschauern wenig Zweifler.

Schließlich hatte Fortunas Zweite die letzten beiden Punktspiele klar verloren, dabei kein einziges Tor erzielt und außerdem spielen sie als Kreisligist zwei Klassen tiefer als die Gäste. Dies focht aber Trainer Daniel Friedrich nicht an und er ließ seine Jungs frech nach vorn spielen, was Lok völlig zu überraschen schien.

Von Beginn an war kein Klassenunterschied zu sehen, ja Fortunas Reserve hatte sogar chancenseitige Vorteile und die Zuschauer rieben sich verwundert die Augen. Ein Tor für die Gastgeber lag regelrecht in der Luft.

Scheiterte Danilo Matthäs mit seinem Schuss noch an Falko Dahms, so brachte der folgende Eckball in der 21.Minute das 1:0, als Rabia El-Youssef den Ball per Drop-Kick in die Maschen hämmerte.

Und Fortuna marschierte weiter, während Lok kaum Zugriff auf das Spiel bekam. Einige Konterversuche der Gäste endeten spätestens bei Fortunas aufmerksamer Defensive.

In der 40.Minute schien das 2:0 zu fallen, als der schnelle Odaee A Abbas durch war, den Ball über den herauslaufenden Lok-Keeper Dahms lupfte , aber Pech hatte, als das Spielgerät vor der Linie auf- und von dort an die Latte sprang. Es blieb beim knappen 1:0.

Auch Marten Strehls Kopfball, der knapp am Fortuna-Gehäuse vorbei zischte änderte nichts am Ergebnis.

Als alle schon mit dem Pausenpfiff rechneten, überschlugen sich die Ereignisse noch einmal. Zunächst wurde Marten Strehl am Strafraum mit schönen Kurzpässen freigespielt und sein Schuss aus 18 Metern schlug im unteren Eck zum 1:1 (45.) ein.

Aber nur eine Minute danach bekamen die Gastgeber, noch vor dem Pausentee, einen Foulelfmeter zugesprochen, den Christopher Kautz aber nicht verwandeln konnte, Falko Dahms blieb Sieger im Duell.

So wechselten beide Teams mit dem Unentschieden die Seiten.

Auch in Hälfte zwei war kein Klassenunterschied zu sehen und so blieb es spannend.

Als in der 61.Minute Marten Strehl am Strafraum nicht konsequent angegriffen wurde, zog er aus 18 Metern einfach mal ab und traf zur schmeichelhaften 1:2 Führung für Lok. Der Favorit schien sich durchzusetzen.

Die Moral der Gastgeber war aber ungebrochen und bereits 3 Minuten später musste Falko Dahms all seine Routine (samt Körpergewicht) einsetzen, um zweimal gegen Danilo Matthes Zentimeter vor der Linie zu klären. Das "roch" zumindest etwas nach Strafstoß. Den gab es aber nicht, sondern D.Matthes musste zu allem Übel danach verletzt den Platz verlassen (Gute Besserung).

Die Gastgeber dominierten jetzt das Spiel und Lok taumelte. Nur Falko Dahms schien unüberwindbar. So klärt er in der 65.Minute gleich drei Mal hintereinander mit Können und Glück. Auch den Schuss von Odaee A Abbas nur zwei Minuten später konnte er mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken.

In der 72.Minute hatte der Fußballgott aber ein Einsehen und belohnt das Anrennen der Gastgeber. Odaee A Abbas schlenzte aus 14 Metern den Ball aus halblinks zum 2:2 ins lange Eck.

Kurz danach schwächen sich die Gäste selbst, als Fabian Kleßen nach wiederholtem Foulspiel Gelb/Rot sieht.

Jetzt war Falko Dahms im Lok-Tor noch mehr gefordert und klärte mehrfach in aller höchster Not. Hielt so seine Mannschaft im Spiel.

Gleiches gelang seinem Gegenüber Mario Schober, als er einen 22-Meterfreistoß von Jonathan Carlin über die Querlatte lenken konnte.

Sekunden vor dem Abpfiff (90.+4) hat sich Fortune Rabia El-Youssef nicht in der Gewalt und lässt sich nach einem Wortwechsel mit seinem Gegenspieler zu einer "Tätlichkeit" hinreißen, die der gut leitende Schieri Denny Müller mit Rot bestraft und gleichzeitig die reguläre Spielzeit beim Stand von 2:2 beendete.

So traten 10 gegen 10 in der Verlängerung an und die hatte es in sich. Die Gastgeber spielten wie aufgedreht und Lok reagierte mehr, als das agiert wurde.

Die Fortuna-Chancen häuften sich und in der 98.Minute traf Odaee A Abbas mit einem Schlenzer erneut nur die Latte und 5 Minuten später jagt Christopher Kautz eine Rakete an die Lattenunterkante. Fortuna schludert mit seinen vielen Chancen und so etwas rächt sich oft. Nicht an diesem Nachmittag.

In der 105.Minute lag der scharfe Schuss von Christopher Kautz genau richtig und die Kugel schlug zur 3:2 Führung für die Gastgeber ein.

Dabei blieb es bis zum Schlusspfiff und die Hausherren bejubelten das hochverdiente Weiterkommen im Pokal.

Lok-Trainer Andre Reecker anerkannte nach dem Spiel den Sieg der Gastgeber und bezeichnete ihn als klar verdient.

Fortuna-Coach Daniel Friedrich schaute das Glück aus allen Knopflöchern als er feststellte, dass solche Momente das Salz in der Fußballsuppe sind. "Ich habe auch nach den beiden Niederlagen immer an meine Jungs geglaubt. Sie haben heute eine unglaubliche Moral bewiesen und ein richtig gutes Spiel gezeigt."