2.Männer

Was für ein verrückter Pokalkrimi?!

Kreispokal: Rot-Weiß Groß-Glienicke - Fortuna Babelsberg II 3:4 n.V. (1:3; 3:3)

Ein Pokalspielkrimi, nach dem es in den ersten 30 Minuten überhaupt nicht ausgesehen hatte.

Auf dem gut bespielbaren Rasen in Groß-Glienicke gingen die favorisierten Gäste bereits nach einer Minute durch Hans Vieweg mit 0:1 in Führung und bestimmten auch danach klar das Geschehen.

Die Tore zum 0:2 (14.) Andreas Kunick und 0:3 (28.) durch Christopher Kautz drückten dies auch zahlenmäßig aus.

Bedingt durch die hohen Temperaturen gab es nach gut 30 Minuten die "Trinkpause" für die Spieler und was auch immer die Babelsberger zu sich genommen hatten, sie fanden plötzlich ihren Rhythmus nicht mehr und mit dem 1:3 (42.) durch Roland Schmidt, der einen Freistoß direkt versenkte, glomm wieder ein Hoffnungsfunken bei den Gastgebern auf, dass Spiel in der 2.Halbzeit doch noch drehen zu können.

Entsprechend motiviert begannen die Gastgeber die zweite Hälfte und bei Fortuna kam Verletzungspech hinzu. Der gerade für den Gelb/Rot gefährdeten Danilo Matthäs eingewechselte Ronny Richter knickte bei seiner ersten Aktion um und musste sofort wieder ausgewechselt werden, auch Hans Vieweg musste verletzungsbedingt vom Feld und so gingen den Gästen nach nur fünf gespielten Minuten der 2.Halbzeit die Offensivkräfte auf der Bank und dem Platz aus. Mit Andreas Lange musste ein "gelernter Defensivakteur" nun in den Sturm.

Diese Umstellungen und die Drangperiode der Hausherren stellten das bisherige Spiel auf den Kopf. Mit einem Doppelschlag durch die Tore von Stephan Reinicke zum 2:3 (52.) und Jan Fischer in der 55.Minute zum 3:3 Ausgleich war Alles wieder "auf Null" gestellt.

Plötzlich war es ein Pokalkampf mit reichlich gelben Karten und Chancen auf beiden Seiten, die aber allesamt keine Ergebnisveränderung brachten und so ging es in die Verlängerung und diese war nichts für schwache Nerven.

Nachlassende Kräfte ermöglichten beiden Offensivabteilungen Chancen für mehrere Spiele und das Glück oder Pech, je nachdem für welche Seite das Fan-Herz schlug, wechselten sich ab. Klatschte ein Schuss der Fortunen gerade eben noch von der Latte des Glienicker Tores ab, rettete Mario Schober in der 119.Minute mit toller Reaktion den Babelsbergern das Unentschieden.

In der 120.Minute überschlugen sich dann die Ereignisse. Pascal Baneth drang in den Strafraum ein und wurde klar gefoult, Aufregung auf beiden Seiten und obwohl Schieri Enrico Grundmann auf Elfmeter für Fortuna entschieden hatte, musste Justus Kautz wohl noch "ein paar wichtige Worte" an den Referee los werden und bekam prompt Gelb/Rot. Seinem Bruder Christopher Kautz fiel die Aufgabe zu, praktisch "in der letzten Minute"die Entscheidung zu erzielen. Er behielt die Nerven und versenkte die Kugel im Dreiangel, der Rest danach war nur noch grenzenloser Jubel bei den Gästen und tiefe Enttäuschung bei den Groß-Glienicker.

Ein denkwürdiger Pokalkrimi für Spieler und Zuschauer.