1.Männer

Ein Sieg des Willens

Landesklasse: Fortuna Babelsberg - Teltower FV 1913 2:1 (1:1)

Mit dem Teltower FV kam ein immer wieder unbequemer Gegner an die Newtonstraße und es war schon vor dem Anpfiff klar, dass dieses Derby durch den Trainerwechsel in Teltow, Holger Wünsche stand erstmalig an der Linie, noch an Brisanz gewonnen hat.

Coach Sebastian Michalske hatte diesmal nicht die Qual der Wahl, es stand ein kleiner Kader zur Verfügung, nur drei Wechselspieler und ein zweiter Torwart besetzten die Bank.

Mit dem Anpfiff durch Philipp Kuhblank, übrigens in diesem Nachbarschaftsduell aus Neustadt/Dosse angesetzt, wollten die Teltower Präsenz zeigen, kassierten aber mit dem ersten Ballverlust und einem schnell vorgetragenen Angriff über die linke Seite in der 2.Minute das Gegentor, das Spiel war damit schnell eröffnet. Georg Müller scheiterte im ersten Versuch noch an Keeper Thoralf Stein, danach konnte er den Ball aber über die Linie bugsieren, das gewünschte schnelle Führungstor war gefallen und sollte für Sicherheit sorgen.

In der ersten Viertelstunde hatte Georg Müller noch zwei klare Möglichkeiten, konnte diese aber nicht nutzen, ein durchaus mögliches 2:0 hätte das Spiel zu diesem Zeitpunkt zumindest vorentschieden. Wenn und hätte ist im Fußball spekulativ und so kamen die Gäste zum unverhofften Ausgleich nach einem Missverständnis in der Abwehr reagierte Marcel Hennig am schnellsten und erzielte so in der 19.Minute den 1:1 Ausgleich.

Danach passierte nicht viel, beide Mannschaften neutralisierten sich, unserer Mannschaft gelang es einfach nicht in die torgefährliche Zone zu kommen, die Teltower Gäste versuchten immer wieder mit Kontern zum Zuge zu kommen, waren aber zumeist auch vor dem Strafraum mit ihrem Latein am Ende und scheiterten an der konzentriert arbeitenden Abwehr. In den letzten Minuten der ersten Hälfte segelten einige Fortuna-Flanken in den Strafraum, mit denen Thoralf Stein etwas Mühe hatte, aber es gelang nichts zählbares.

Die Pausenansprache schien Früchte zu tragen, endlich wurde versucht zügiger nach vorn zu spielen, den Ballbesitz mit Tempo zu forcieren. In der 49.Minute der schönste Spielzug des Spiels über die rechte Seite und mehreren Stationen noch im Strafraum aber Georg Müller setzte den Ball zum Entsetzen aller aus acht Metern über die Latte. Mit zunehmender Spielzeit und dem leichten Wind im Rücken trauten sich die Teltower weiter nach vorn und schafften somit auch Entlastung für die Abwehr.

In der 53.Minute dann die erste Schrecksekunde für Fortuna, Kapitän Denny Schwabe musste verletzt den Platz verlassen, Armin Schmidt nahm seinen Platz ein. In der Folgezeit wurde das Spiel immer zäher, auch der Schiedsrichter setzte sich selbst unter Druck, vielleicht wegen des anwesenden Beobachters?! Insgesamt acht gelbe Karten waren die eine oder andere doch zu viel. Mit der gelb/roten Karte für Daniel Ziemann in der 70.Minute folgte die nächste Schrecksekunde für das Team, aber das war der absolute Weckruf, jetzt erst recht.

Auch in Unterzahl versuchte man spielerisch die Abwehr zu knacken und verfiel nicht in Panik, das ist ein bemerkenswerter positiver Aspekt. Weniger positiv, man versuchte einen Tick zu viel die rein spielerische Lösung, in manchen Situationen wünschte sich nicht nur der neutrale Zuschauer, auch mal einen satten Torschuss aus 20 Metern.

Zu Antreibern und immer mehr zu Führungsspielern entwickeln sich Florian Neuschäfer-Rube und Philipp-Justus Kautz, sie treiben ihre Mitspieler immer wieder nach vorn. Für den Einsatz, den Willen zum Sieg fiel verdient in der Schlussminute doch noch der Siegtreffer. Einmal mehr war es Andreas Plaue der, gut freigespielt, auch noch sicher Keeper Thoralf Stein narrte. Die Situation sehr gut erkennend drückte der mitgelaufene Armin Schmidt den Ball endgültig zum viel umjubelten 2:1 Siegtreffer in die Maschen. Die restliche Nachspielzeit wurde sicher herunter gespielt und endlich stand wieder mal ein Sieg gegen die Teltower fest.

Am kommenden Samstag geht es zum Meyenburger SV, bevor eine Woche später der Lindower SV uns erstmals besucht. Bis zur Winterpause sind es noch vier Partien, es gilt jetzt den Abstand von vier Punkten zum Spitzenreiter Lok Potsdam nicht größer werden zu lassen.