1.Männer

Ist Fortuna von der Rolle?

Landesklasse: FK Hansa Wittstock 1919 - Fortuna Babelsberg 3:0 (0:0)

Ob Fortuna in doppelter Hinsicht "von der Rolle" ist, werden die nächsten Begegnungen beantworten.

Richtig spielerisch, aber vor allem torgefährlich präsentierte sich die Michalske-Truppe, trotz namhafter Besetzung, bisher nur selten und wies damit auch die Rolle des Staffelfavoriten bisher noch nicht nach. Zwei klare Niederlagen, ein knapper 1:0 Sieg per Elfmeter und ein Torverhältnis von 2:7 zeigen, es passt noch nicht alles im Team zusammen und das wirkt sich auch auf das Nervenkostüm aus, 9 x Gelb, 1 x Gelb/Rot und 1 x Rot in drei Spielen sind Beleg dafür. Genug aber der "negativen" statistischen Fakten-Übersicht nach 3 Spielen.

Genannt sein sollten sie aber durchaus, will doch Fortuna im Juni kommenden Jahres ein positives Fazit ziehen. Fußball ist ein reiner Ergebnissport, weder Ballbesitz, noch Überlegenheit oder Torchancenanzahl gehen letztendlich in die Wertung ein und diese Erkenntnis bekamen die Babelsberger Gäste in Wittstock einmal mehr ganz bitter zu spüren. Es war eines dieser Spiele auf die Jürgen Wegmanns Spruch zutrifft: "Erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech hinzu". Fortuna dominierte von Beginn an ein Spiel, von dem Wittstocks Trainer Lutter später sagte: "Ja, es war ein sehr glücklicher Sieg". Angriff auf Angriff rollte in Richtung Wittstocker Tor und die aufopfernd verteidigenden Hausherren konnten sich kaum einmal vom Dauerdruck befreien, agierten mit sehr viel Glück. Was den Gästen fehlte, waren die erfolgreichen Torabschlüsse, Möglichkeiten dazu gab es mehr als reichlich.

Babelsbergs Trainer Michalske hatte nach dem Spiel ein Hochkaräterverhältnis von 14:4 ausgemacht. Sein Team rannte an, aber beste Chancen durch Weber, Tauscher, Schwabe, Kautz, Zimmermann usw. wurden ausgelassen oder von Keeper Kevin Apitz entschärft. War er geschlagen, so retteten seine Vorderleute, wie Oliver Drott, zum Teil spektakulär auf der Linie. Er war der Turm in der Abwehrschlacht. Das erste und bis dahin einzige Offensivzeichen für die Hausherren kam in der 37.Minute von Tommy Hordan (37.) mit einem Kopfball. Babelsberg blieb dominant, agierte aber vor dem Tor "unglücklich" und lief so Gefahr das Hansa mit einem vereinzelten Konter zum Erfolg käme. Tom Techen hatte kurz vor der Pause die Chance, doch sein Schuss ging knapp am Pfosten vorbei. „Wenn wir das Remis bis zum Schlusspfiff halten, wäre das toll. Babelsberg ist ja total überlegen gegen unsere junge Mannschaft, bisher hatten wir viel Glück“, sagte Co-Trainer Wolfgang Trapp in der Pause.

Nach dem Wechsel änderte sich nicht viel, die Filmstädter blieben spielbestimmend. Hansa agierte in der Defensive aber nun geschickter und konnte so den Druck etwas verringern.

Knackpunkt des Spiels war die etwas fragwürdige Handelfmeterentscheidung in der 54.Minute, als Steffen Krause beim Kopfball knapp außerhalb des Strafraums unterlaufen wurde und dadurch mit der Hand den Ball berührte. Das hätte auch gut und gern anders herum als Foul gepfiffen werden können. Aber nicht genug damit, zum Entsetzen der Gäste wurde der Tatort in den Strafraum verlegt. Die Elfmeterchance ließ sich Oliver Drott nicht nehmen und verwandelte sicher zur 1:0 Führung.

Die Gäste öffneten zu Gunsten der Offensive nun ihre Abwehr und in die entstandenen Lücken stieß Tommy Hordan zweimal geschickt. In einer Szene davon war Steffen Krause im Zweikampf ganz klar zuerst am Ball, Schieri Stabrey sah die Aktion aber als Foul und zeigte nach 56 Minuten die Ampelkarte. Aber auch in Unterzahl blieb Fortuna überlegen, erneut traf Robert Flügel nur den Pfosten. Es kam, wie es oft kommt, einen blitzsauberen Konter der Wittstocker über Hordan und Techen, schob der freigespielte Arian Diekmann zum 2:0 (66.) über die Linie. Aber noch immer gab sich Babelsberg nicht geschlagen, rannte weiter an und erneut hatte Hansa bei zwei Lattenknallern sowie Pfostenschüssen durch Weber, Leiche, Schwabe und Flügel viel Glück.

Kurz danach übersah der, in der zweiten Halbzeit "nicht glücklich" agierende Schiedsrichter Toni Stabrey zwei Wittstocker Handspiele (u.a. Gardemin ganz klar). Zweimal parierte danach Apitz ganz stark gegen Denny Schwabe, die Gäste verzweifelten langsam und die Zeit lief ihnen davon.

Dann kam die 89.Minute, zunächst scheiterte Tommy Hordan bei einem Konter noch an Fortuna-Keeper Rene Oschmann. Die anschließende Ecke allerdings köpfte Tobias Raden zum 3:0-Endstand ein. Fortunas Trainergespann und auch die Spieler waren konsterniert, konnten das Ergebnis auf Grund des Spielverlaufs kaum fassen.

„Ich kenne das, wir haben auch schon Spiele verloren, in denen wir klar überlegen waren. Doch Babelsberg hat seine Chancen nicht genutzt, dafür können wir nichts“, sagte ein sichtlich glücklicher Trainer Lutter.

Trotz der Niederlage bescheinigte Trainer Michalske seiner Truppe "das beste Spiel seit dem Trainingsauftakt".

Torfolge: 0:1 Oliver Drott (Elfmeter) 54.Minute; 0:2 Arian Dieckmann (66.); 0:3 Tobias Raden (89).