1.Männer

Nächster Schock bei Fortuna

Bei der Feier eines Teamkollegen stürmen fünf Bewaffnete den Saal. 

Physiotherapeutin durch Pfefferspray verletzt.

Bis kurz vor Mitternacht konnte das Team von Fortuna Babelsberg die Verlobungsfeier eines Teamkollegen am Donnerstagabend noch genießen. "Die Feier war wirklich super. Meine Mutter hatte relativ spät noch angerufen und ich habe ihr erzählt, wie super alle drauf sind“, berichtet Christoph Schroeder. Doch um 23.41 Uhr musste der Mannschaftsleiter der ersten Mannschaft wieder zum Telefon greifen. Dieses Mal wählt er die Nummer der Polizei. Fünf Männer waren mit Messern, Baseballschlägern und Pfefferspray bewaffnet in den Veranstaltungssaal in der Berliner Colditzstraße gestürmt und hatten einige der Gäste verletzt. Die Bilanz: Zwei Männer erlitten Schnittverletzungen an den Armen, ein weiterer Gast eine Kopfplatzwunde und oberflächliche Schnittwunden. 

Schroeder: "Sind mit dem Messer ein, zwei Meter an uns vorbeigelaufen"

Mittendrin waren die Fußballer der Landesklassemannschaft, die eigentlich nur die Feier ihres irakischen Mannschaftskollegen feiern wollten. "Die sind mit dem Messer ein, zwei Meter an uns vorbeigelaufen. Da ist auch alles durch die Gegend geflogen“, erzählt Schroeder. "Als man realisiert hat, dass jemand mit einem Messer auf der Tanzfläche steht, hat man nur noch versucht, so schnell wie möglich aus dem Saal zu kommen“, sagt Spieler Denny Schwabe.

Offenbar kam es zuvor zum Streit zwischen zwei Männern und einem Handgemenge. Einer der beiden, ein 24-Jähriger, verließ anschließend die Feier und kam wenig später mit vier Begleitern zurück, die dann die Schlägerei begannen. "Man hat gemerkt, dass sich etwas zusammengebraut hat. Es war nicht unheimlich. Ich dachte das war ein normaler Streit, der eben etwas emotional ausgetragen wurde. Das kennt man ja auch vom Fußballplatz. Dass so etwas Dramatisches passiert und die Stimmung so umschlägt, hätte ich nicht gedacht“, sagt Mannschaftsleiter Schroeder.

Physiotherapeutin bekommt Pfefferspray in die Augen

Er konnte sich mit Schwabe und Dennis Weber schnell aus dem Saal retten. "Mit Schrecken haben wir dann festgestellt, dass zwei Leute fehlen. Dann sind wir nochmal hoch in den Raum, auch wenn man es eigentlich gar nicht wollte", sagt Schwabe. Dort trafen sie einen weiteren Spieler und die Physiotherapeutin des Teams, die das Pfefferspray in die Augen bekam und von den Rettungskräften behandelt werden musste.

"Wir waren alle wahnsinnig geschockt, fast traumatisiert“, berichtet Schroeder. "Ein Gast hatte uns kurz vor dem Angriff schon gesagt, dass wir besser bald gehen sollten. Die Musik wurde leiser und das Licht ging an", erzählt Schwabe. Braut und Bräutigam hatten die Feier da schon verlassen. „Er hat sich auch noch einmal bedankt, dass wir da waren und sich entschuldigt und gesagt, dass er das selbst nicht begreifen kann. Er ist selbst ein ganz ruhiger und loyaler Typ. Von den Gästen waren 95 Prozent genauso erschrocken wie wir. Das war zuvor wirklich ein sehr schönes Fest“, so Schroeder.

Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung

Der 24-Jährige, der mit den Begleitern die Feier stürmte, wurde von den Polizisten vorläufig festgenommen. Es wird nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt.

Für die Babelsberger war es der zweite Schock innerhalb von 24 Stunden. In der Nacht zum Donnerstag brannten zwei Pavillons auf dem Vereinsgelände vollständig aus. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung.                  Stephan Henke/MAZ