1.Männer

Zwei Punkte regelrecht verschenkt

Landesklasse: SV Falkensee/Finkenkrug II - Fortuna Babelsberg 1:1 (1:0)

Der bis dato Tabellenzweite, ohne aber noch Aussicht auf den Aufstieg zu haben, trat beim Tabellenletzten an, der ebenso keine Aussicht mehr auf den Klassenerhalt hegte. Wo sollte da bei 25 Grad und Sonnenschein die Motivation für ein Fußballfeuerwerk herkommen? Da waren die Facetten am Rande des Spiels fast Interessanter. Von den rund 35 Zuschauern waren, bis auf ganz wenige Gastgeberfans, alles Babelsberger und die Auswechselbank der Falkenseer war während der 90 Minuten Spielzeit gähnend leer, nur ein einsamer Medizinkoffer zierte sie. Alles was spielen konnte stand für die Hausherren auf dem Platz, um nicht in Unterzahl antreten zu müssen.

Neben der Tabellenkonstellation ein weiterer, psychologisch ungünstiger Faktor für die Babelsberger, denen die Personalprobleme nicht entgangen waren. So etwas nestet sich im Hinterkopf ein und so schienen sie in den ersten Minuten durchaus erstaunt, dass die Gastgeber energisch dagegen hielten, ja sogar etwas mehr Druck ausübten.

Das weckte dann doch den Ehrgeiz und so übernahmen die Filmstädter zunehmend das Spielgeschehen, erste gute Chancen blieben aber ungenutzt.

Nach einer halben Stunde war es aber dann soweit, einen von Dennis Weber getretenen Freistoß versenkte Steffen Krause zum verdienten 1:0 (30.).

Dieses Ergebnis brachten die Hausherren, trotz einiger weiterer Hochkaräter der Fortunen, mit Glück und Geschick in die Pause.

Auch in Hälfte zwei das gleiche Bild. Falkensee mit einzelnen Konterversuchen, Babelsberg spielbestimmend, aber mit zunehmendem Sommerfußball. Trotzdem erspielten sie sich eine Reihe von Chancen und hatten bei einigen Aktionen auch Pech bzw. mit Alexander Thoms im Tor der Gastgeber einen Gegenspieler, der mit sehr guten Paraden sein Team im Spiel hielt und so Hoffnung gab.

In den letzten 10 Minuten schaltete Fortuna, sehr zum Leidwesen ihres Trainers und der mitgereisten Fans, auf absolute Ballkontrolle und zeitweise fast Standfußball. So schob man sich das Spielgerät minutenlang in der eigenen Hälfte zu und die Gastgeber hielten gebührend Abstand, griffen nicht ernsthaft ein. Fortunas Vereinschef, Hartmut Domagala, der ein feines Näschen für Spiele hat und schon in der Woche von einem zu "befürchtendem 1:1" gesprochen hatte, verließ 3 Minuten vor dem Abpfiff, enttäuscht vom Spiel seiner Mannschaft, den Platz mit dem Hinweis, "dass er sich den 1:1 Ausgleich nicht noch ansehen müsse".

Und dieser kam, wie "vorausgesagt", tatsächlich in der 90.Minute. Dirk Nimscholz kam einige Meter vor dem 16 Meterraum an den Ball, versuchte durchzulaufen, die Verteidigung war ebenfalls noch irgendwie mit am Ball und dieser ging über den herausgeeilten Marco Jung zum 1:1 ins Tor. Das nochmalige, jetzt fast wütende Anrennen nach dem Anstoß nutzte den Babelsbergern nichts mehr, denn die Spielzeit war abgelaufen.

Ein unbestritten glücklicher Punktgewinn für die Falkenseer, deren 90-minütiger Einsatz aber durchaus Respekt abnötigte.

Fortuna darf und muss als Spitzenteam enttäuscht sein, denn die eigenen Ansprüche liegen höher. Andererseits ist auch nichts passiert in einem Spiel, in dem die Facetten rings um die Begegnung etwas länger im Gedächtnis der mitgereisten Anhänger bleiben werden, als das Spiel an sich.