1.Männer

Niederlage mit Beigeschmack

Landesklasse: Pritzwalker FHV 03 - Fortuna Babelsberg 1:0 (0:0)

Eine Spitzenbegegnung die keine war, zumindest was die Anzahl der Torszenen betraf.

Zu viel stand wohl für beide Mannschaften auf dem Spiel?! Denn würde der gastgebende Tabellenführer verlieren, kämen die Verfolger bedrohlich nahe, verlieren die Gäste, so rückt der Traum vom möglichen Aufstieg in weite Ferne. Sicherheit ging deshalb vor bedingungslose Offensive und so gab es wenig Chancen vor beiden Toren.

Babelsberg war zwar optisch präsenter und übte Druck aus, aber am 16 Meterraum verebbten ihre Angriffe und so musste FHV-Keeper Marcus Boldt nicht wirklich sein Können beweisen. Gleiches galt für sein Gegenüber Marco Jung.

Pritzwalk ließ die Babelsberger spielen, verlor aber nie die Kontrolle und war mit sporadischen Aktionen gefährlich. So umkurvte ein Pritzwalker Angreifer in der 20. Minute, nach schönem Doppelpass, Fortunas Keeper Marco Jung, doch der Abseitspfiff verhinderte die Führung.

Einige Schussversuche auf beiden Seiten, das war`s dann auch schon, was vor beiden Toren in Hälfte eins nennenswert war und so gingen beide Mannschaften ohne Torerfolg zum Pausentee.

Die zweite Hälfte lief lange Zeit genau wie die Erste. Fortuna optisch etwas präsenter, scheiterte immer wieder an der gut stehenden Pritzwalker Abwehr. Die Gastgeber ihrerseits warteten geduldig auf ihre Möglichkeiten und so war es bis zur 67. Minute ein ganz normales und typisches 0:0 Spiel mit nur einer gelben Karte, bei dem sich immer mehr abzeichnete, wer ein Tor schießt, gewinnt.

Die ausführlichere Schilderung der 68.Minute soll von keiner Seite eine Schuldzuweisung sein, denn Schiedsrichter und ihre Assistenten haben es wahrlich schwer genug, aber wie in besagter Minute Assistent Wolfgang Pohl dem Spiel eine gravierende Wende gab, war mehr als "unglücklich".

Ausgangspunkt ein eigentlich fairer Zweikampf in Eckfahnennähe, den der Assistent "gefühlt" verkehrt als Foul und dann auch verkehrt herum von der Verursachung bewertete. So etwas kann vorkommen! Aber dass er selbst auf den Platz geht, den Freistoßpunkt anzeigt und auch gleich noch den Mauerabstand abschreitet, ohne dass der bis dahin souverän leitende Schiedsrichter eingriff, war schon ungewöhnlich.

Der Freistoß wurde zur Ecke abgewehrt, die dann Tony Schulz trat. Den herein schwebenden Ball fing Keeper Marco Jung in der Luft ab und ließ ihn (auch nach Meinung vieler Pritzwalker) deutlich vor der Torlinie auf den Boden fallen. Zwei vor der Linie stehende Fortuna-Verteidiger schlugen das prallende Leder aus der Gefahrenzone, aber Linienrichter Pohl zeigt zum Entsetzen der Gäste "Tor" an.

Während die Gastgeber etwas überrascht jubelten, stürmten mehrere Babelsberger auf den Assistenten zu, um mit ihm über die Entscheidung zu "diskutieren". Aber alle Proteste blieben, wie immer, erfolglos. Den Tumult und die "verbalen Argumente" ahndete Schiedsrichter Guido Beussel mit zweimal Gelb.

Unruhe war nun aber die verbleibenden 20 Minuten ständig im Spiel und so gab es noch ein Kartenflut. Pritzwalks Norman Will wollte sich in der 85. Minute seine fünfte gelbe Karte abholen, schoss aber mit seiner Aktion über das Ziel hinaus und bekam gleich Gelb/Rot.

Bis zum Abpfiff (ohne wesentliche Nachspielzeit?!), kassierten auch die sich nicht beruhigen könnenden und anhaltend reklamierenden Filmstädter noch weitere drei gelbe und eine gelb/rote Karte (Pascal Baneth).

FHV-Coach Marko Bruhn konstatierte dann auch nach dem Spiel: „Das war schon ein glückliches Tor, aber ein verdienter Sieg“.

Das sahen die Babelsberger naturgemäß anders - "wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt".

FHV-Coach Marko Bruhn konstatierte dann auch nach dem Spiel: „Das war schon ein glückliches Tor, aber ein verdienter Sieg“.

Das sahen die Babelsberger naturgemäß anders - "wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt". Allerdings müssen Sie sich ins Stammbuch schreiben lassen, dass Sie sich zu viel aufs diskutieren und zu wenig aufs Tore schießen konzentriert haben. In der vergangenen Saison war gerade die Schlussphase die Stärke der Babelsberger.

Als Spitzenteam sollten Sie mental mehr Stabilität und Souveränität beweisen. Neben der aktuell zu geringen Torgefährlichkeit (kaum Hochkaräter in 90 Minuten) wohl im Moment das zweite Manko Fortunas.