1.Männer

Der Traum ist zu Ende

Landesklasse: Fortuna Babelsberg - SG Bornim 1:4

Pünktlich zum Spielbeginn grollte Donner über das Sportgelände "Am Stern" und Regen ließ die fast 300 Zuschauer (240 Zahlende + Fortuna-Mitglieder mit freiem Eintritt) zu den Schirmen greifen. Ein schlechtes Omen für die Gastgeber? Schließlich war es der 13.06. und das 13-te Spiel ohne Niederlage wäre notwendig gewesen um aufzusteigen. Von solchem spirituellen Hokuspokus wollte zu diesem Zeitpunkt Niemand etwas wissen, das Fest war vorbereitet, der Sekt kalt gestellt, die "Aufsteiger" T-Shirts gedruckt und die Gastgeber begannen mit dem Anpfiff sofort Druck auf die Gäste auszuüben, die tief standen.

Fortuna wollte anscheinend schnell klare Verhältnisse schaffen, stand damit aber Defensiv nicht sicher, denn ganze 2 Mal kamen die Bornimer in den ersten 15 Minuten gefährlich vor das Tor der Babelsberger und 2 Mal schlug der Ball im Tor der Hausherren ein. In beiden Fällen machte die Abwehr keine gute Figur.

In der 5.Minute bekam sie den Ball nicht aus der Gefahrenzone und Mike Weißfuß konnte im Nachschuss aus Nahdistanz sein Team mit 0:1 in Führung bringen.

In der 13.Minute der zweite Konter der Bornimer. Ein weiter Flugball wurde von Fortunas Defensive schlecht eingeschätzt und erreichte Sascha Herbst auf halbrechts, der sofort aus 14 Metern abzog und zum 0:2 traf.

Trotzdem noch Hoffnung im weiten Rund, denn Fortuna marschierte weiter und in einer ganzen Reihe von Spielen hatten sie bewiesen dass Rückstände noch in Siege umgewandelt werden können.

In der 15. Minute hatte Robert Jenner mit einem spektakulären Seitfallzieher noch Pech, denn der Ball knallte nur gegen den Pfosten und so liefen die Gastgeber dem Rückstand weiter hinterher.

Als aber in der 21.Minute Salam Aiob im Strafraum zu heftig attackiert wurde, zeigte Schiedsrichter Rene Papajewski auf den Elfmeterpunkt. Tony Zimmermann ließ sich diese Möglichkeit nicht nehmen, er verwandelte den Elfmeter sicher, zentral in die Mitte, zum 1:2-Anschlusstor.

Bornim fand bis zur Halbzeitpause nur noch mit vereinzelten Fernschüssen statt, während Fortunas Akteure nur eine Richtung kannten, aber entweder am massiven Abwehrbollwerk scheitern, die Chancen überhastet vergaben oder der Ball um Zentimeter das Ziel verfehlte. Das 2:2 lag mehrfach in der Luft, fiel aber nicht.

Als zum Pausentee gebeten wurde herrschte noch Hoffnung und Optimismus bei den Babelsbergern.

In Hälfte zwei erhöhten sie den Druck, belagerten weiterhin das Tor der Bornimer aber Zählbares gab es für die Hausherren zunächst nicht, obwohl Chancen dafür da waren.

Bornim kämpfte "mit Klauen und Zähnen", als ginge es für sie um den Aufstieg. Unrühmlicher Höhepunkt in der 52.Minute, als Fabian Klennert Wirbelwind Salam Aiob an der Mittellinie böse von hinten in die Achillessehne trat, obwohl der Ball einige Meter weg war. Der "Übeltäter" sah nur Gelb obwohl der Angriff eindeutig auf den Fuß des Gegners gerichtet war. Hier wäre Rot angebracht gewesen!

Fünf Minuten spielte Fortuna in Unterzahl, dann war klar, Aiob muss ins Krankenhaus gebracht werden.

Das Trainerduo Michalske/Brunow wechselte Odaee A Abbas ein und stellte auf Dreierkette um, "Alles oder Nichts" war nun die Devise. Trotz der Räume im Abwehrbereich dauerte es bis zur 65.Minute ehe ein Bornimer mit Ball am Fuß wieder im Strafraum der Babelsberger auftauchte.

Die Filmstädter schluderten ihrerseits aber weiterhin mit ihren Chancen, brachten selbst aus Nahdistanz den Ball nicht über die Linie oder hatten bei Aluminiumtreffern einfach nicht das notwendige Quäntchen Glück.

Die Gäste kamen in der zweiten Halbzeit ganze 3 Mal mit nadelstichartigen  Kontern gefährlich vor das Tor der Hausherren, von denen eine Mike Weißfuß nach einem Sololauf über 40 Meter zum 1:3 eiskalt nutzte (80.) und als Fortuna verzweifelt alles nach vorn warf, machte der erst kurz zuvor eingewechselte Christian Pietsch 5 Minuten später mit seinem Schuss aus elf Metern den Sack mit dem 1:4 (85.) endgültig zu.

Die gnadenlose Effektivität beim Torschuss war der Schlüssel zum Sieg der spielerisch unterlegenen Gäste. Vier Tore aus sechs Chancen dürfte auch für die Randpotsdamer eine neue Bestmarke sein. Damit haben sie sich für die 1:4 Niederlage der Hinrunde revanchiert, dem Ortsnachbarn Fortuna aber gründlich das Aufstiegsfest verdorben, die aus 17 Hochkarätern nur ein Tor (das wie vernagelt schien) erzielen konnten.