1.Männer

Geburtstagskind sieht Rot

Landesklasse: Fortuna Babelsberg - SV Rot-Weiß Gülitz  3:2 (2:2)

Bei schönstem Fußballwetter reisten die Spieler von Rot-Weiß Gülitz zum ersten Mal nach der neuen Staffeleinteilung zur Fortuna nach Babelsberg und hofften, zumindest einen Punkt entführen zu können.

Aus einer kompakten Abwehr versuchten sie, mit überfallartigen Kontern dieses Vorhaben umzusetzen. Fortuna vertraute auf ihr Konzept des Angriffsspiels mit viel Ballbesitz. In der 3.Minute gab es den ersten „Aufreger“ des Spieles, der auch nach Spielschluss noch diskutiert wurde. Ein langer Ball aus der Gülitzer Abwehr war eigentlich ungefährlich und Marco Jung im Tor der Gastgeber wollte ihn aufnehmen, rutschte dabei aber aus und plötzlich war der Ball wieder frei. Thomas Schlinke versuchte dies zu nutzen, allerdings stoppte ihn Fortunas Torhüter, am Boden liegend, recht unsanft und hatte viel, viel Glück, dass er hier von Schiedsrichter Konstantin Häßner nicht vorzeitig zum duschen geschickt wurde und der Ball auch noch am Tor vorbeitrudelte. Allmählich strafften sich die Gastgeber und in der 11.Minute hatten die Gäste das Glück auf ihrer Seite, als Robert Jenner in eine Flanke grätscht, der Ball aber um Zentimeter am Tor vorbei geht. In den folgenden Minuten gehen die Spielanteile an die Hausherren und als in der 18. Minute der durchlaufende Daniel Ziemann im Strafraum von den Beinen geholt wird, nutzt Robert Jenner die Strafstoßchance sicher zum 1:0. Das Spiel scheint sich zu Gunsten der Gastgeber zu entwickeln, aber weitere Chancen werden nicht genutzt. Ganz im Gegenteil, als in der 26.Minute ein Eckball der Gülitzer zu kurz abgewehrt wird, ist Stephen Wiede zur Stelle und hämmert den Ball aus 10 Meter in den Dreiangel. Der nach der Führung gefundene Spielfaden geht danach bei den Gastgebern etwas verloren. Gülitz steht kompakt und Fortuna muss auf die schnellen Konter achten. Trotzdem gelingt den Gastgebern in der 38.Minute die 2:1 Führung, als Patrick Wolff mit einem wunderschönen Pass in die Schnittstelle der Abwehr Robert Jenner frei spielt und der Routinier aus 10 Metern Marvin Rauchstein im Gülitzer Tor mit seinem Schuss in die rechte untere Ecke keine Chance lässt. Mit dieser Führung meinte man auch in die Pause zu gehen, doch in der 2.Nachspielminute der 1.Halbzeit zieht Patrick Gruel einfach mal aus 20 Metern in eine Form einer scharfer Bogenlampe ab und obwohl Marco Jung mit der Hand am Ball ist, fällt das Leder hinter ihm irgendwie zum 2:2 ins Netz. In der 2.Halbzeit agieren beide Teams zunächst vorsichtig und neutralisieren sich weitestgehend in der torgefährlichen Zone. Erst nach gut einer Stunde Spielzeit ist es erneut Patrick Gruel der mit einem strammen Schuss aus 12 Metern Fortunas Keeper prüft. Als in der 70.Minute Daniel Ziemann zum wiederholten Male gefoult wird, hat er seine Nerven nicht im Zaum und tritt am Boden liegend nach, ohne aber seinen Gegenspieler zu verletzen. Schiedsrichter Häßner bleibt keine Wahl, er zieht glatt Rot für das Geburtstagskind. Als hätte es für die Gastgeber dieses Weckrufes bedurft, strafft sich die Mannschaft plötzlich und erspielt sich in Unterzahl eine Reihe von Chancen. So in der 73.Minute, als der eingewechselte Odaee Abbas den Ball über den herauslaufenden Gülitzer Torhüter Rauchstein lupft, aber Marvin Peer Janke auf der Linie per Kopf den Einschlag verhindert. Das vehemente Anrennen der Gastgeber birgt aber auch Kontergefahren und in der 76.Minute klärt Jung im großen Stil gegen den allein auf ihn zulaufenden Andy Wolgast und hält so die Gastgeber weiter im Spiel. Das Gleiche leistet sein Gegenüber nur eine Minute später, als er gegen Denny Schwabe die 1:1 Situation für sich entscheidet. Fortuna aber will den Sieg und erneut ist es der an diesem Tage überragend spielende Robert Jenner, der in der 84.Minute eine Flanke des eingewechselten Sebastian Höhlich aus halblinker Position volley im Tor zum umjubelten 3:2 versenkt. Zehn Babelsberger verwalten bis zum Abpfiff geschickt den Sieg und können sich über Tabellenplatz 5 freuen, während die Gäste mit dem Schiksal haderten zum wiederholten Male mit einem Tor Unterschied verloren zu haben.