1.Männer

Vorn und hinten "gepatzt"

Landesklasse: SG Lok Brandenburg - Fortuna Babelsberg  3:2 (2:0)

In der Anfangsphase bestimmten die, als Geheimfavorit gehandelten Brandenburger ganz klar die Szenerie auf dem Feld.

Durch schnelles Verschieben, aggressives Pressing wurden die Gäste regelrecht zu Fehlern im Deckungszentrum gezwungen. Einen davon nutzte Chris Mahnke eiskalt zur Führung, als er von Sturmpartner Julian Schwandt mit einer Kopfballverlängerung bedient wurde. Beim seinem Schuss zum 1:0 (9.) aus acht Metern in die linke Ecke war Fortunas Keeper Marco Jung chancenlos. Nur eine Minute später vertändelte, wie schon mehrfach in den letzten Spielen, die Gästeabwehr im Vorwärtsgang den Ball. Ronny Schulze schaltete am schnellsten und bediente den an der Strafraumkante lauernden Julian Schwandt, der mit einem Flachschuss, der rechts unten einschlug, Marco Jung abermals keine Abwehrmöglichkeit ließ – 2:0 (10.). „Meine Elf hat vor beiden Toren katastrophale Fehler im Aufbauspiel gemacht“, ärgerte sich Sebastian Michalske über die beiden schnellen Gegentreffer. Nun endlich (aus Fortuna-Sicht) gab es bei den Gästen den Ruck, den sich die Mannschaftsverantwortlichen der Babelsberger von Beginn an gewünscht hätten. Sie übernahmen zunehmend das Kommando, während die Hausherren parallel dazu immer zurückhaltender agierten. Doch gute Möglichkeiten durch Denny Schwabe, der eine Kopfball knapp rechts neben den Pfosten setzte (18.), Lars Fuhrmann in der 22.Minute, der einen Schuss knapp über den Querbalken jagte und Justus Kautz, dessen Ball aus Nahdistanz das Gehäuse verfehlte (24.), wurden ebenso, wie in den vergangenen Spielen, zu leichtfertig vergeben. Als bei den Gastgebern Torjäger Schwandt nach einer halben Stunde verletzt vom Feld musste, war dies eine weiter Schwächung der Lok-Elf und nach vorn lief so gut wie nichts mehr zusammen, während Fortuna sich im Chancenvergeben weiter übte. In der 35.Minute hatte Robert Jenner die ganz große Chance zum Anschlusstreffer, aber im direkten Duell mit Lok-Keeper Alexander Ziem erwies sich der Torwartroutinier als Sieger und so wechselten beide Teams die Seiten mit der inzwischen schmeichelhaften 2:0 Führung für die Gastgeber. In Hälfte zwei das gleiche Bild, Fortuna will das Blatt noch wenden, während die Gastgeber versuchten, mit Kontern den Sack endgültig zuzubinden.

Ronny Schulze hatte in der 53.Minute die große Gelegenheit dazu, fand aber in Marco Jung im Eins gegen Eins-Duell seinen Meister. Zwei Minuten später war es Justus Kautz, der erneut eine gute Möglichkeit zum Anschlusstreffer vergab, als sein gefährlicher Schuss abermals das Lok-Tor verfehlte und in der 67.Minute musste Alexander Ziem sein ganzes Können aufbieten, um eine Freistoß-Granate von Lars Fuhrmann aus über 25 Metern mit den Fäusten über den Querbalken zu lenken.

Doch wie es im Fußball so oft kommt, mitten in die Drangperiode der Babelsberger hinein nutzten die Gastgeber einen Konter in der 74.Minute clever zum 3:0 aus. Einen weiten Abschlag von Torhüter Ziem verlängerte Mahnke mit dem Kopf zu Ronny Schulze, der dieses Mal allein vor Jung stehend die Nerven behielt und das Leder zum vorentscheidenden 3:0 in den Maschen versenkt. In der Schlussphase setzten die Gäste alles auf eine Karte und kamen in der 84.Minute durch den eingewechselten Oldie Sebastian Höhlich per Elfmeter zum hochverdienten 3:1-Anschlusstreffer. In der dritten Nachspielminute war es erneut Sebastian Höhlich, der aus einem Strafraumgewühl heraus den Ball zum 3:2-Endstand über die Linie drückte. Zu spät um den sicherlich verdienten Punktgewinn noch zu erreichen. Erneut müssen die Babelsberger konstatieren, gut gespielt zu haben, aber mit leeren Händen dazustehen. Nach dem 1:2 in Neuruppin, dem 1:2 gegen Wittenberge/Breese, nun erneut eine Niederlage mit einem Tor Differenz. So befand auch Trainer Michalske: „Für uns war definitiv bei Lok mehr drin. Ich habe selten so eine unverdiente Niederlage erlebt. Kämpferisch kann ich meiner Elf keinen Vorwurf machen. Uns fehlt vorne jedoch ein Knipser, der die Torchancen auch mal rein macht“, so Michalske, während Lok-Coach Ralf Gutschmidt das Spiel so analysierte: „Wir haben die erste Viertelstunde sehr stark angefangen, gut gepresst und uns Tormöglichkeiten herausgearbeitet. Diese wurden in den ersten zehn Minuten gnadenlos genutzt. Aus unerklärlichen Gründen hatte mein Team danach einen Bruch im Spiel. Die Zuordnung hat nicht mehr gestimmt, Zweikämpfe wurden viel zu selten gewonnen. Auch in Hälfte zwei hatte unser Spiel nicht viel mit Fußball zu tun. Aber ich denke, am Ende zählen nur die drei Punkte. Wir müssen die Partie schnell aus den Köpfen bekommen und weiter an unseren Fehlern arbeiten“.

Bilder vom Spiel: http://www.lokbrandenburg.de/fotos/82-lok---fortuna-babelsberg-3-2-2-0