1.Männer

Knapper Sieg im "gefühlten Ortsderby"

Landesklasse: Teltower FV 1913 - Fortuna Babelsberg  0:1 (0:1)

Ein emotionales Spiel mit 2 unterschiedlichen Halbzeiten, das weniger vom spielerischen Glanz, als von der Spannung lebte. Fortuna WOLLTE im "gefühlten Ortsderby" siegen, Teltow MUSSTE für den Klassenerhalt siegen. Daraus ergab sich die Spannung über die gesamten 90 Minuten, da die knappe Führung der Gäste jederzeit noch aufholbar war.

In Hälfte Eins zog Fortuna sein bekanntes Spiel mit viel Ballbesitz auf und erarbeitete sich Chancen. In der 21.Minute hätten sich die Gäste gern die, bei der WM angewandte Torlinientechnik gewünscht, da ihrer Meinung nach bei einer Toraktion der Ball klar ersichtlich erst hinter der Torlinie herausgeschlagen wurde, was die Gastgeber naturgemäß anders sahen. Das Schierigespann entschied auf weiterspielen und so blieb es beim 0:0. In der 30. Minute aber dann doch die verdiente 1:0 Führung für die Gäste, als Denny Schwabe den Ball Stephan Tauscher in den Lauf spielte und der aus 20 Metern abzog. Tobias Knetsch im Tor der Teltower hatte keine Chance gegen den im oberen Eck einschlagenden Schuss. Erstaunlich blieb, dass die Gastgeber in der 1.Halbzeit vergleichsweise wenig Engagement investierten, wussten sie doch, dass es ein „Alles oder Nichts“-Spiel war und so blieb es bis zur Pause bei der knappen Gästeführung und auch nur einer gelben Karte für die Gastgeber. Dies sollte sich nach dem Wechsel ändern. Teltow nahm die Partie nun deutlich aggressiver auf und die Gäste schienen beeindruckt, verschliefen aber auch, wie in einer Reihe von vorhergehenden Partien, die ersten Minuten nach der Halbzeit. Jetzt bestimmte Teltow das Spiel und übte zunehmend Druck aus, ohne aber zunächst zwingend torgefährlich werden zu können. Die Gästeabwehr stand, trotz erhöhtem Druck, sicher. Als die Gastgeber in der 60.Minute Oldi Ingo Hecht einwechselten, gab es noch einmal einen Schub bei den Teltowern, aber auch die Gäste merkten, dass dieses Spiel nun anders läuft und investierten wieder mehr. Jetzt wurde es das, schon früher erwartete emotionale und bissige Spiel Marke „Ortsderby“.Die Aktionen der Gastgeber wurden zwingender und Fortuna stand vorwiegend im Abwehrkampf, versuchte aber mit nadelstichartigen Kontern die Entscheidung herbeizuführen. Teltow kam dem Ausgleich aber deutlich näher, als Fortuna dem 2:0. In der 74.Minute hatte Teltower die ganz große Chance dazu, als der Ball wunderbar durch die Viererkette gesteckt wurde, aber Mirsad Stollja scheiterte im Spiel 1 gegen 1 am hervorragend reagierenden Marco Jung im Fortuna-Gehäuse. Wie groß die Anspannung bei den Gastgebern war, zeigte sich nur 4 Minuten später, als Stollja nach einem harmlosen Foul versuchte den Ball seinem Gegenspieler ins Gesicht zu werfen. Glück, dass er mit „dunkelgelb“ davonkam. Kurz danach hatte Ex-Fortune Mirko Steinke die große Chance zum ersehnten Gastgebertor, als er am langen Pfosten stehend, eine Flanke mit der Brust neben, statt in das Tor drückt. Als kurze Zeit später der Ball im Fortuna-Strafraum von der Abwehr nicht herausgeschlagen werden konnte und in einer Art „Ping-Pong“ zwischen den Spielern hin und her sprang, zog der eingewechselte Marco Fritz kurz und trocken aus 12 Metern ab, aber erneut reagiert Jung im Fortuna-Tor prächtig. Jetzt haben die Gäste das Glück auf ihrer Seite und sie scheinen zu Begreifen, dass sie dies nicht überstrapazieren dürfen. Das 1:0 „nach Hause schaukeln“ würde wohl schief gehen. Fortuna straffte sich nun noch einmal deutlich und ließ kaum noch nennenswerte Chancen zu, war aber selbst auch in der Offensive nur mit Standards oder Fernschüssen gefährlich. Nun lagen die Nerven bei den Gastgebern zunehmend blank und eine Reihe gelber Karten (Teltow insgesamt 6, Fortuna 2) waren die Folge. Als Rainer Fröhlich in der 86.Minute Daniel Ziemann glatt von den Beinen holte, zog Schiedsrichter Norbert Koch die gelb/rote Karte und schickte ihn vorzeitig zum duschen. Zehn Teltower richteten nun gegen die insgesamt sattelfest stehende Gästeabwehr nichts mehr aus und Fortunas Spieler schenkten ihrem, aus beruflichen Gründen scheidenden Trainer Mathias Mros, den so sehr gewünschten Auswärtserfolg im letzten Punktspiel der Saison.