1.Männer

"Unverdiente" Niederlage

Landesklasse: Fortuna Babelsberg - FSV Eintracht 1910 Königs Wusterhausen  0:1 (0:0)

Die Frage ist natürlich im Fußball schwer zu beantworten, wann „verdient“ man eine Niederlage und wann nicht? Letztendlich zählt nur das Ergebnis und das lautet 0:1 aus Sicht der Gastgeber.

Fortuna, die neben dem Rot gesperrten Daniel Ziemann unmittelbar vor Spielbeginn die Mannschaft noch umstellen mussten, da sich Sebastian Pecht beim aufwärmen verletzt hatte, ging nach dem vor 2 Tagen erreichten Kreispokalfinaleinzug mit breiter Brust in das Spiel, wohl wissend, dass es für sie und die Königs Wusterhausener im diesjährigen Abstiegskampf durch die Verkleinerung der Staffelanzahl und die Einführung der Kreisoberliga noch um viel geht. In den ersten 10 Minuten ließen beide Teams kaum Torchancen zu, die Gäste bemühten sich um Sicherheit, die Gastgeber versuchten ihren Spielrhythmus zu finden. Nach 12 Minuten Spielzeit fasste sich Robert Jenner ein Herz und zog aus gut 20 Metern ab, Torhüter Christopher Rosenow reagierte prächtig und verhinderte den Einschlag. Dies war der Auftakt zu einer offeneren Spielweise und die Hausherren übernahmen schrittweise das Spielgeschehen, mussten aber auf die Konter der Gäste achten. In der 20.Minute dann eine Schrecksekunde für beide Teams. Königs Wusterhausens Torhüter Christopher Rosenow und Abwehrspieler Benjamin Woitke prallten bei dem Versuch, Stephan Tauscher zu stoppen, mit den Köpfen zusammen. Beide Spieler mussten längere Zeit behandelt und Torhüter Rosenow sogar ins Krankenhaus gebracht werden (gute Besserung). Auf der Königs Wusterhausener Torhüterposition gab es danach notgedrungen sogar noch eine Rotation. Zunächst stellte sich Feldspieler Robert Weidauer zwischen die Pfosten bis der, wegen Stau verspätet angereiste und noch gar nicht umgezogene Stephan Siebert spielbereit war. Diese zwischenzeitliche Torhüternotsituation hatte aber keine Auswirkungen auf das Spiel, denn die Verletzungsszene war wohl einige Zeit in den Köpfen aller Spieler. Beide Seiten spielten danach zunächst vorsichtig und wenig aggressiv. Erst nach rund 35 Minuten gab es wieder eine Großchance für die Gastgeber, als Tony Zimmermann auf der linken Seite davonzog, sein Schuss auf das lange Eck aber um Zentimeter am Pfosten vorbeiging. Fünf Minuten später war es Robert Jenner, der nach einem Doppelpass aus halblinker Position abzog, aber Königs Wusterhausens Ersatztorhüter zeigte sich, wie in vielen anderen Szenen, auf dem Posten. Wenig später hatte Sebastian Michalske die Chance Fortuna in Führung zu bringen, aber der Schuss strich ebenfalls knapp am Gehäuse vorbei. In der, durch die Verletzungsbehandlung bedingten Nachspielzeit der 1.Halbzeit, gaben die Gäste plötzlich mehrere gefährliche Offensivlebenszeichen von sich. Zunächst wurde versucht den einige Meter vor dem Tor stehenden Marco Jung mit einem Lupfer zu überlisten, in der 4. Nachspielminute schloss Christian Semke einen sehr schön vorgetragenen Konter über die rechte Seite mit einem satten Schuss aus 12 Metern in Richtung langes Eck ab, der Ball verfehlte aber knapp das Ziel und Sekunden vor dem Halbzeitpfiff prüfte Tim Felix mit einem 22 Meter Freistoß erneut Fortunas Keeper. Da alle Bemühungen um einen Torerfolg bis dato von beiden Seiten erfolglos blieben, gingen die Mannschaften mit dem 0:0 in die Pause.

Fortuna erschien in Hälfte Zwei mit dem Willen, die 3 fest eingeplanten Punkte auch zu Hause behalten zu wollen. Das Spielgeschehen verlagerte sich nun zusehends in die Hälfte der Gäste und die Hausherren waren nun nicht nur optisch das spielbestimmende Team, sondern sie erarbeiteten sich auch zahlreiche, zum Teil hochkarätige Chancen. So wurde ein Schuss von Steffen Krause in der 47. Minute im letzten Moment von einem Abwehrspieler mit der Fuß kurz vor der Linie noch geblockt. Nur zwei Minuten später setzte sich Stephan Tauscher links durch traf aber aus spitzem Winkel nur Außenpfosten und –netz. Drei Minuten danach spielte ihn Patrick Wolff erneut frei, aber dieses Mal bekommt er beim Schuss nicht genügend Druck hinter den Ball und Stephan Siebert kann halten. Eine weitere Minute später klärt ein Königs Wusterhausener Abwehrspieler hochriskant, als er einen Doppelpass am Fünfmeterraum zwischen Markus Goede und Stephan Tauscher mit einem Vollspannschuss über die eigene Querlatte im allerletzten Moment unterbindet. In der 61. Minute legt Markus Goede für Patrick Wolff auf, aber auch dessen scharfer Schuss aus 20 Metern streicht knapp am Gehäuse vorbei. Mitten in diese Drangperiode wäre beinahe die Führung für die Gäste gefallen, als bei einem Konterversuch der Ball nach einem Pressschlag und verschiedener Körperberührungen fast in Zeitlupe gegen den Außenpfosten trudelt. Da hatten die Gastgeber Glück. Dies verließ sie aber in der 69.Minute, als die Gäste halblinks, gut 22 Meter vor dem Tor, einen (noch dazu umstrittenen) Freistoß erhielten. Daniel Krafzik touchiert mit seinem Schuss die nicht optimal postierte Mauer, von der der Ball unglücklich zum 0:1 ins lange Eck abgefälscht wird. Trotz des vorherigen „Pfostentrudlers“, kam die Führung in dieser Phase, aus Sicht der Gastgeber, wohl aus dem „gefühlten Nichts“. Hatten Sie doch das Spiel (scheinbar) im Griff und ein eigenes Tor schien nur eine Frage der Zeit. Fortuna blies nun mit dem Mute der Verzweiflung zum Sturm. Die Angriffe wurden intensiviert und weitere hochkarätige Chancen z.B. durch Denny Schwabe per Seitfallzieher, Robert Jenner mit Freistoß (bei dem Ersatztorhüter Siblitz sich auszeichnen konnte), zahlreichen Eck- und Kopfbällen sowie Schüssen herausgespielt., Der Ball schien aber an diesem Tag einfach nicht in das gegnerische Gehäuse zu wollen, das aber auch von den Gästen geschickt und mit Zähnen und Klauen verteidigt wurde. Als Fortuna in der Nachspielzeit auf „Alles oder Nichts“ setzte, hätten die Königs Wusterhausener mit einem Konter fast noch das 0:2 erzielt, aber Marco Jung im Tor verhinderte mit einem Reflex in der 1:1 Situation die endgültige Entscheidung und so blieb es bis zum Schlusspfiff spannend und letztendlich bei dem einen Treffer, der für die Gäste in der Tabellenendabrechnung noch Gold wert sein könnte. Erneut zeigte sich Fortuna als das erwartet gut und offensiv spielende Team, dessen Problem aber nach wie vor die Abschlussschwäche ist. Königs Wusterhausen war von der Verletzung ihres Torhüters nur kurz geschockt und hätte sich mit der kämpferischen Leistung sicher einen Punkt verdient gehabt, ob die 3 Punkte allerdings „verdient“ waren, möge jeder Spieler und Augenzeuge selbst entscheiden, womit wir allerdings wieder bei der Eingangsfrage wären, wann ist schon etwas „verdient oder unverdient“ im Fußball? Da zählt das blanke Ergebnis.