1.Männer

Unentschieden mit unterschiedlichen Gefühlen

Landesklasse: Fortuna Babelsberg - FC Viktoria Jüterbog  1:1 (1:0)

Das Endergebnis löste unterschiedliche Gefühle bei beiden Teams aus. Während die Hausherren unzufrieden waren, gab es ein Lächeln auf den Gesichtern der Gäste, die weiterhin die Hoffnung im Abstiegskampf nähren konnten.

Nach 5 Minuten des Abtastens versuchten die Gastgeber das Geschehen zu übernehmen und als in der 11.Minute ein Jüterboger Abwehrspieler über den Ball schlug, nutzte dies der schnelle Stephan Tauscher, lief allein auf Torhüter Enno Richter zu und versenkte aus 9 Metern die Kugel zum 1:0. Alles schien nach Plan zu laufen, der Favorit führte und hatte die größeren Spielanteile. Bereits 3 Minuten später verpasste Daniel Ziemann die Chance zum 2:0, als er eine scharfe Eingabe von Stephan Tauscher vor dem Tor über den Senkel rutschen lassen musste. Die erste richtig gefährliche Situation der Gäste bereiteten die Fortunen in der 17.Minute selbst vor, als Robert Jenner einen Rückpass auf den eigenen Torhüter etwas lasch spielte. Rene Oschmann kommt zwar im letzten Moment vor dem Jüterboger Stürmer an den Ball, aber sein Befreiungsquerschläger landet bei einem Jüterboger Angreifer, der aus gut 30 Metern aber das leere Tor verfehlt. Nur 5 Minuten später ist Stephan Tauscher erneut schneller als die Abwehr der Gäste, scheitert aber diesmal im 1:1-Spiel am hervor ragend haltenden Enno Richter, der auch den Nachschuss von Daniel Ziemann entschärft. Weitere Chancen, vorrangig durch die Gastgeber, werden im letzten Moment von den Defensivreihen vereitelt bzw. unkonzentriert vergeben und so geht es mit diesem knappen Ergebnis in die Pause. Diese schien den Gästen gut getan zu haben während Fortuna, ebenso wie in vorhergehenden Spielen, eine Weile "neben den Schuhen" stand. Plötzlich spielt Jüterbog für einige Zeit frech mit, profitierte aber beim Ausgleich in der 50.Minute von einem Fehler des bis dahin relativ beschäftigungslosen Rene Oschmann im Gastgebertor. Eine Flanke aus dem Halbfeld wird mit dem böigen Wind immer länger und trotz ausgestreckter Faust kommt er nicht mehr an den Ball, der David Schröder am langen Eck direkt vor die Füße fällt. Jetzt ist der Gastgeber einige Minuten irritiert und verunsichert, findet nicht zum vergleichsweise sicheren Spiel der 1.Halbzeit zurück. Fortuna rappelt sich zwar schrittweise wieder auf und drängt auf die Führung, muss aber nun deutlich mehr auf die gefährlichen Konter der Jüterboger achten. So haben nicht die Hausherren, sondern die Gäste die nächsten zwei Großchancen und Fortuna schon richtig viel Glück. Zunächst köpft Dennis Riedel in der 55.Minute nach einer Ecke den Ball an den linken Pfosten und nur 4 Minuten später klatscht erneut eine, vom Wind getragene Flanke aus dem Halbfeld gegen die Latte und den Nachschuss kann Fortunas Abwehr in höchster Not noch abblocken. Diese Schrecksekunden haben auch dem letzten Fortuna-Spieler klargemacht, dass dieses Spiel kein Selbstläufer wird. In der 68.Minute dann die erste richtige Großchance der Gastgeber in der 2.Halbzeit. Der eingewechselte Markus Goede setzt Sebastian Michalske mit einem Pass am 11-Meterpunkt ein, dessen Schuss ist aber zu zentral angesetzt und landet in den Armen von Enno Richter. Fortuna versucht wieder mehr Druck aufzubauen und hat nun erneut optische Vorteile, mehr Ballbesitz und Chancen. Deren Nutzung bleiben aber weiter ein Problem des Teams. Beinahe hätte sich Jüterbog in der 79.Minute noch um den so sehr ersehnten Punkt gebracht, als ein Schuss von Markus Goede von einem Verteidiger unglücklich abgefälscht wird, aber um Zentimeter am Pfosten vorbeistreicht. Dies war wohl das Signal für die Gäste den Punkt abzusichern, denn es wurden kaum noch gefährliche Konter inszeniert und Fortuna fand bis zum Abpfiff keine Mittel, die gut stehende Deckung der Gäste entscheidend zu knacken. Das zerrte an den Nerven der Gastgeber, die die Punkte, trotz der Warnungen des Trainergespanns, wohl doch schon geistig vor dem Spiel auf der Habenseite verbucht hatten und so brachte sich in der 1.Nachspielminute Tony Zimmermann um den Lohn seines guten Spiels, als er sich von einem Jüterboger provozieren ließ, der mit gesenktem Kopf auf ihn zulief, um sich dann wenige Zentimeter vor seinem Gesicht „aufzubauen“. Den Provokateur bestrafte der gut leitende Schiedsrichter Sven Mohaupt mit Gelb, das Wegstoßen durch Zimmermann wertete er als Unsportlichkeit mit Rot.

 

Fazit: Viel Ballbesitz, optische Überlegenheit, aber nach wie vor zu geringe Durchschlagskraft der Hausherren. Der drittbesten Abwehr steht die "nur" neuntbeste Offensive gegenüber. Dass der, seit vielen Monaten verletzte Pascal Baneth immer noch die Fortuna-Torschützenliste anführt, ist ein deutlicher Fingerzeig.