1.Männer

Nicht ganz unverdiente Niederlage

Landesklasse: Fortuna Babelsberg - Teltower FV 1913  1:2 (0:1)

War es der Glücksgöttin "Fortuna" an diesem Sonnabend zu kalt und zu nass, dass sie nicht, wie in den vergangenen Wochen gewohnt, ihr Füllhorn in den letzten Minuten über Fortuna ausschüttete? Ganz im Gegenteil, denn dieses Mal fiel der Treffer (nicht ganz unverdient) 2 Minuten vor Abpfiff GEGEN Fortuna. Dass er aber "hausgemacht" war, ärgerte wohl alle Fortunen besonders.

Ein wenig hatte das Spiel schon etwas von einem "Ostsderby-Charakter", denn die Entfernung ist nicht groß, viele Spieler kennen sich und auch einige Teltower haben schon bei Fortuna gespielt. Damit sollten alle Voraussetzungen für ein rassiges Spiel gegeben sein. Allerdings zeigte nur Teltow in der 1. Halbzeit den erwarteten Biss, während Fortuna über Ballstafetten Ruhe und Übersicht in das Spiel zu bringen versuchte, ohne aber dabei größere Torgefahr auszustrahlen.

Anders die Teltower, die aggressiv und angriffslustig nach vorn spielten. Bereits in der 5.Minute hatten sie, nach einem Rückpass von der Grundlinie, aus 11 Metern freie Schussbahn, zum Glück verfehlte der Ball das Tor. 

Nach 14 Minuten der nächste Aufreger, als Florian Adam aus 25 Metern abzog und der, eine Kurve beschreibende Ball nur knapp am Dreiangel des Fortuna-Tores vorbeistrich.

Nach knapp einer halben Stunde hatte Fortuna erneut viel, viel Glück, als nach einer Flanke von links, Rainer Fröhlich freistehend aus 5 Metern neben das Tor schoss.

Das schien nun endlich der Weckruf für eigene Fortuna Angriffsbemühungen zu sein. Genau eine halbe Stunde war gespielt, als Geburtstagskind Sebastian Michalske eine Rechtsflanke Volley aus 16 Metern in Richtung Teltower Tor schickte, aber auch hier fehlten wenige Zentimeter zum Erfolg.

Diesen konnte in der 42.Minute Marco Fritz für Teltow verbuchen, als er einen Eckball von rechts aus 7 Metern zur Führung unter die Querlatte " des Fortuna Tores "drosch". 

In der 45.Minute rettete dann Tobias Knetsch im Teltower Gehäuse diesen knappen Vorsprung in die Halbzeitpause, als er einen 22 Meter-Freistoß von Robert Jenner aus dem Winkel kratzte. 

Die "Auswertung" der 1. Halbzeit in der Fortuna-Kabine durch Co-Trainer Sebastian Michalske, der den im Urlaub befindlichen Mathias Mros vertrat, muss wohl klar und deutlich gewesen sein, denn nach dem Seitenwechsel nahm nun endlich auch Fortuna den Kampf an, statt "nur" zu spielen. Die Körpersprache hatte sich geändert und Fortuna war nun deutlich präsenter.

Trotzdem setzte das erste Achtungszeichen Ex-Fortune Mirko Steinke mit seinem Schuss aus 20 Metern, der nur knapp am Tor vorbeistrich.

Fast im Gegenzug dann der 1:1 Ausgleich durch Denny Schwabe, der nach einem sehr schönen Spielzug über die linke Angriffsseite den Ball im Teltower Tor unterbrachte.

Nun war es ein Spiel auf Augenhöhe. Beide Teams wollten den Sieg für sich und so wechselten spielerische und kämpferische Momente einander ab.

In der 59.Minute hätte es fast die Führung für Fortuna gegeben, als sich der ansonsten sichere Tobias Knetsch bei einem langen Flugball von Tony Zimmermann verschätzt. Aus dem Tor eilend erreichte er den aufspringenden Ball nicht rechtzeitig, dieser übersprang ihn, aber sich umdrehend konnte er im letzten Moment die Situation um Zentimeter vor dem einschussbereiten Hans-Peter Franke bereinigen.

Das Spiel wogt nun hin und her, ohne dass eine Mannschaft einen zählbaren Vorteil erzielen kann.

In der 78. Minute ist dann Rene Oschmann im Fortuna Tor gefragt. Zunächst spielt sich der eingewechselte Mirsad Stollaj durch Fortunas linke Abwehrseite, aber Fortunas Torhüter vereitelt diese 100%-Chance im großen Stil. Teltow bemerkt die Unsortiertheit in Fortunas Abwehr und hat binnen weniger Sekunden eine weitere Großchance, aber auch diesen Schuss aus 7 Metern pariert Oschmann großartig und hält damit Fortuna im Spiel. 

Danach strafft sich aber der Gastgeber wieder und hat seinerseits durch Hans Peter Franke die große Chance zur Führung, als er einen mustergültigen Grundlinienrückpass von Denny Schwabe aus 10 Metern im linken unteren Eck platziert, aber auch Knetzsch im Teltower Tor beweist erneut seine Klasse und lenkt den Ball gedankenschnell um den Pfosten.

Fortuna spielt nun auf Sieg und ist für Konter anfällig, denn nur zwei Minuten später wird Mirsad Stollaj 12 Meter vor dem Tor völlig freigespielt, aber sein Schuss verfehlt zum Glück das Tor.

Als sich alle schon auf ein Unentschieden einzustellen beginnen, bringt sich Fortuna selbst um den Erfolg, als aus einer harmlosen und (eigentlich) schon geklärten Situation an der linken Eckfahne in der 88.Minute das goldene Tor für Teltow entsteht. Statt den Ball in das Seitenaus, zu einem Mitspieler oder zum Torwart zu spielen, wird der Zweikampf gesucht und verloren. Der Ball wir in den Strafraum gespielt und die, einen langen Ball oder zumindest einen eigenen Angriff erwartende und bereits im Vorwärtsgang befindliche Fortuna Defensive wird kalt erwischt, so dass sich 2 völlig freistehende Teltower Angreifer den Ball vor dem Tor so zuspielen können, dass auch Rene Oschmann keine Chance mehr hat, den zweiten Treffer von Marco Fritz zu verhindern.

Teltow fährt damit einen nicht ganz unverdienten Sieg auf Grund der größeren Anzahl hochkarätiger Chancen ein, allerdings ist die Art des zustande Kommens des Siegtreffers aus Fortuna-Sicht mehr als ärgerlich.

 

Fazit: In der 1.Halbzeit fehlte es Fortuna am Biss, am unbedingten Wollen. Die Idee mit sicheren Ballstafetten Ruhe in das Spiel zu bringen ist nur gut, wenn dies auch mit dem nötigen Zug zum Tor verbunden wird. Das war definitiv in den ersten 30 Minuten zu wenig gegen einen angriffslustigen Gegner, dem der Siegeswille deutlicher anzumerken war. Danach und vor allem in der 2. Halbzeit verbesserten sich die Körpersprache und das Auftreten merklich, ebenso wie die Torgefährlichkeit.

Trotzdem müssen sich einige Spieler fragen lassen, warum sie immer wieder in das alte Muster verfallen und vorwiegend mit langen Flugbällen arbeiten, die fast ausschließlich eine sichere Beute der gegnerischen Abwehr werden. Hier gibt es noch reichlich Potenzial, dass ausgeschöpft werden kann und muss, will man auch in der Rückrunde "ganz vorn" mit dabei sein.